Sylvain Coiplet

* 1968 

Meine Kindheit habe ich in Frankreich verbracht. Studiert habe ich dann in Deutschland, zunächst Eurythmie, dann Politikwissenschaft.

Was ich in Frankreich pflegen konnte, war ein gewisser Sinn für Systematik, aber auch die Empörung darüber, wenn dieser Sinn das Leben tyrannisierte. Die faktische Schulpflicht liess sich – mit aktiver Unterstützung meiner Mutter – immer wieder durchbrechen. So fand ich die Zeit, mich trotz aller klassischen und modernen Schulbildung eigenständig durch die Welt zu lesen. Ich lernte die verschiedensten Mythologien, die projektive Geometrie aber auch die Umweltfrage ernst zu nehmen. Besonders erschütternd war die Erkenntnis, dass der Welthunger weder durch technischen Fortschritt noch durch gutgemeinte Wohltätigkeit zu lösen sei. Mit der Weltzukunft sah es nicht gut aus.

Kurz vor dem Abitur lernte ich die Waldorfpädagogik kennen. Mit einer Gruppe von Waldorfschülerinnen ging ich einen Tauschhandel ein: Nachhilfe in Mathe gegen Epochenhefte. Zu meinem Erstaunen fand ich in diesen Heften viele der Themen wieder, die ich mir im jeweiligen Alter auf eigene Faust erschlossen hatte. Dieser Rudolf Steiner schien wirklich etwas von Kindern zu verstehen.

Meine Lehrer an der Staatsschule bekamen Wind davon, dass ich etwas mit der benachbarten Waldorfschule zu tun hatte. So fragte mich eines Tages der Deutschlehrer, ob der Philosophielehrer Recht damit habe, dass Rudolf Steiner ein Pangermanist sei. Damals konnte ich es nur bezweifeln, aber noch nicht widerlegen.

Nach der Schulzeit nahm ich mir ein Jahr Gedenkzeit und kam zu der Überzeugung, dass mein Weg zur Welt und zu mir selber über Deutschland gehen musste. In Witten-Annen tauchte ich zunächst für ein paar Jahre durch die Eurythmie in die deutsche Sprache ein. Dann holte mich 1989 die Weltgeschichte durch den Fall der Mauer ein.

Erst jetzt entdeckte ich, was Rudolf Steiner zur sozialen Frage geschrieben und gesprochen hatte. Seine Ausführungen zur notwendigen Dreigliederung des sozialen Ganzen, zur Verteilung der Verantwortlichkeiten zwischen Wirtschaftsleben, Rechtsleben und Geistesleben, das war keine Bestätigung, sondern eine grundlegende Korrektur all dessen, wovon ich bisher überzeugt war.

In Berlin studierte ich ab 1992 Politikwissenschaft und konnte durch meine Diplomarbeit begründen, warum Rudolf Steiner nicht bloss kein Pangermanist ist, sondern die Dreigliederung des sozialen Ganzen, wie sie von ihm vertreten wird, auch noch das beste Gegenmittel gegen den Nationalismus darstellt.

Sylvain Coiplet

Mein Lebensprojekt

Die Webseite www.dreigliederung.de

Werke

In Planung

  • Was ist soziale Dreigliederung

Nach einer sorgfältigen Unterscheidung zwischen Wirtschaftsleben, Rechtsleben und Geistesleben wird dargestellt, wie eine soziale Dreigliederung uns imstande setzt, mit den Herausforderungen der Industrialisierung und Globalisierung fertig zu werden.

  • Die Rätsel der Dreigliederer

Anhand einer Geschichte der Dreigliederungsbewegung wird untersucht, wie es dazu kommen konnte, dass die meisten Nachfolger Rudolf Steiners seinen Ursprungsimpuls inzwischen auf den Kopf stellen.

Artikel und Nachrichten

Persönliche Webseiten

Viele meiner Wege führen zur sozialen Dreigliederung, aber vielleicht interessiert sich jemand für die Wege.

Webseite www.coiplet.de
Blog coiplet.blogspot.com
Bildergalerien galerie.coiplet.de - deviantART

Artikel

18.02.2019

Nachrichten

17.06.2001

Arbeitsgruppen