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Welternährungsorganisation FAO stellt Nutzen der Gentechnik in Frage

17.05.2004

Zum ersten Mal hat sich die Welternährungsorganisation FAO deutlich von der Gentechnik distanziert. So meint nun der beigeordnete Generaldirektor Hartwig de Haen, Befürworter der Gentechnik setzten die Ablehnung der Gentechnik gleich mit der Fortsetzung des Hungers in der Welt. Das, so de Haen, könne er so nicht nachvollziehen.

Bis jetzt stimmt die Richtung nicht – das geht aus dem Jahresbericht der FAO hervor: Danach hat die kommerzielle Forschung auf dem Sektor Gentechnik eine zu geringe Bandbreite, um auch den Ärmsten der Armen zugutezukommen. Der Schwerpunkt liegt auf Mais, Sojabohnen, Raps und Baumwolle. Für die Ärmsten ist höchstens die Forschung zur Baumwolle relevant, weil sie die Hoffnung weckt, mit weniger Insektiziden auszukommen, womit die Vergiftung von Landarbeitern vermieden werden könnte.

Aber gerade dieses Ziel läßt sich effektiver durch die Übernahme von Methoden aus dem biodynamischen Ökolandbau erreichen. Ägypten ist es dadurch gelungen, den Einsatz von Pestiziden und Insektiziden beim Baumwollanbau um 90 % zu reduzieren und gleichzeitig die Produktion um 30 % zu steigern. Wie es geht, hatte die biodynamische Farm Sekem vorgezeigt. Der große Vorteil: Es gibt dabei - anders als bei der Gentechnik - keine Risiken.

Terri Raney, die Herausgeberin des FAO-Berichts über die agrarische Biotechnik, nennt ein aktuelles Forschungs-Ergebnis aus dem US-Staat Arizona, wo nebeneinandergelegene Feldern mit gen-modifiziertem und konventionellem Mais untersucht wurden: "Es kam heraus, dass die beiden Arten sich gegenseitig befruchtet hatten. Das illustriert, dass wir noch nicht genug über die Koexistenz wissen."

Noch also ist zu wenig darüber bekannt - und dies ist eine wichtige Forderung der FAO - wie man es fertig bringt, dass manipulierte Sorten für sich sowie die ursprünglichen Pflanzen erhalten bleiben. Die Landwirtschafts-Organisation fordert Kontrolle unter anderem deshalb, damit die Vielfalt der Arten erhalten bleibt. Man vergleicht diesen Fortschritt mit früheren Entwicklungen, der Maschinisierung etwa: Traktoren beispielsweise - so wenig umstritten die heutzutage sind - könnten theoretisch stehengelassen und wieder durch Ochsengespanne ersetzt werden.

Ähnliches gilt laut Hartwig de Haen auch für die Biotechnologie. Es gebe einen Konsens darüber, dass Vorsichtsmaßnahmen "auch deshalb notwendig sind, um den Bauern die Option zu belassen, diese Technik nicht anzuwenden, und auch dem Verbraucher die Option zu lassen, Produkte auf dem Markt vorzufinden, die nicht das Ergebnis von Gentechnik gewesen sind."

Was allerdings die Kennzeichnungspflicht angeht, die für die Erfüllung dieser Forderung notwendig wäre, so hat sich darüber in den zuständigen internationalen Gremien bisher keine Einigkeit herbeiführen lassen. Zu stark ist noch die Unterwanderung der FAO durch ehemalige Mitarbeiter von Gentechnik-Unternehmen wie Monsanto und Syngenta.