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CDU und FDP polemisieren gegen dänische Minderheit

21.02.2005

Nach ihrer Niederlage bei den Wahlen in Schleswig-Holstein polemisieren jetzt die beiden Parteien CDU und FDP gegen die dänische Minderheit, die den Ausschlag gegeben hat.

Roland Koch von der CDU, einschlägig bekannt für seine ausländerfeindliche Kampagnen, kritisierte daß eine nationale Minderheit den Wahlausgang entscheiden konnte. Der Kandidat der CDU, Peter Harry Carstensen spricht sogar von einer "Katastrophe, wenn die kleinste Partei im Kieler Landtag über die Regierung bestimmen würde". Aber auch Rainer Brüderle von der FDP drohte mit antidänischen Ressentiments, wenn sich die dänische Minderheit für Rot-Grün entscheiden sollte.

Dabei haben es sich beide Parteien selber mit der dänischen Minderheit verscherzt. Durch sein Festhalten am antiquierten dreigliedrigen Schulsystem hat der Kandidat der CDU, Peter Harry Carstensen, klar gemacht, daß er seine Partei über die Zukunft der Kinder stellt. Von der FDP war da keine Linderung zu erwarten, weil ihr die Wirtschaftspolitik wichtiger ist als die Bildungspolitik.

Nun wird sich zeigen, ob es der dänischen Minderheit nicht nur gelingt, zusammen mit SPD und Grünen die Gemeinschaftsschule durchzusetzen, sondern sie es auch schafft, die in Deutschland traditionelle Überregulierung der Staatsschulen und freien Schulen zu beseitigen. Die Dänen haben nämlich nicht nur Erfahrungen mit der Gemeinschaftsschule. Sie wissen auch, daß es den Lehrern erst dann gelingen kann, mit allen Schülern ohne Segregation zurechtzukommen, wenn ihnen möglichst freie Hand gelassen wird und die staatlichen Lehrpläne auf ein Minimum reduziert werden. Schulfreiheit hat in den skandinavischen Staaten Tradition.

Diese Einsicht in den pädagogischen Notwendigkeiten fehlt völlig bei der deutschen SPD. Das sieht man daran, daß die sozialdemokratische Kultusministerin von Schleswig-Holstein, Ute Erdsiek-Rave, unter dem Motto "Eine Schule für alle" in die Landtagwahl 2005 ziehen wollte aber behauptete, daß eine Umstellung 10 bis 15 Jahre dauern würde. Dies stimmt nur, wenn man die Gemeinschaftsschule über bürokratische Anweisungen durchsetzen will. Vor diesem Weg haben wir schon frühzeitig gewarnt

Deswegen ist es eine Chance, daß die SPD auf die Tolerierung der dänischen Minderheit angewiesen ist. Hoffentlich kann es diese nutzen, um mehr pädagogische Freiheit durchzusetzen. Dafür sollten die Deutschen den Dänen dankbar sein, statt gegen sie zu hetzen, wie es Roland Koch, Peter Harry Carstensen und Rainer Brüderle nun tun. Skandinavien goes Schleswig-Holstein!