Rudolf Steiner – Natürlicher und sozialer Organismus [Buch]

Schriftenreihen Grundlagen, Band 2

Rudolf Steiner über den Vergleich zwischen dem natürlichen und dem sozialen Organismus. Herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Sylvain Coiplet.

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Aus dem Vorwort

Während es zur Zeit Steiners noch üblich war, von einem sozialen Organismus zu sprechen, geschieht es heute nur noch in Ausnahmefällen. Zu diesen Ausnahmen gehören diejenigen Anthroposophen, die einfach gerne so sprechen wie Steiner. Sie ahnen meist nicht, welche Schäden sie damit anrichten können. Es ist nämlich unter «sozialem Organismus» Unterschiedliches verstanden worden. Das hat noch Steiner gewusst und daher wiederholt vor Missverständnissen gewarnt. Von seinen Nachfolgern würde man sich dieselbe Vorsicht wünschen. Im Namen des «sozialen Organismus» sind seit Steiner viele Menschen ermordet worden. Das hat natürlich nichts mit dem zu tun, was Steiner unter «sozialem Organismus» verstanden hat. Das ist aber nur für Anthroposophen selbstverständlich. Diese positive Einstellung kann man von anderen Zeitgenossen nicht erwarten. Wer heute von einem «sozialen Organismus» sprechen möchte, sollte zuvor genau erklären, was er darunter meint. Er braucht sich sonst nicht zu wundern, wenn er zu den Vertretern einer «organischen Volkseinheit» gerechnet wird.

Der soziale Organismus im Sinne Steiners hat mit Zentralismus und Nationalismus nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Es geht erst einmal darum, den einzelnen Gliedern des sozialen Organismus ihre Eigenständigkeit zurückzugeben. Konkret heißt es für das eine Glied, das Geistesleben, daß es auf die individuelle Freiheit des Einzelnen zu bauen hat. Und beim anderen Glied, dem Wirtschaftsleben geht Steiner umgekehrt von einer weltweiten Vernetzung von Assoziationen aus - ohne Rücksicht auf irgendwelche Staatsgrenzen. Dafür setzte er sich damals ein.