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El Dschasira treibt Regierungen in die Enge

21.12.2002

Wegen der unzensierten Ausstrahlung von Bin-Laden-Videos gilt der arabische TV-Sender El Dschasira (Die Insel) der US-Regierung als Sprachrohr des Terrorismus. In der arabischen Welt, mit ihren größtenteils staatlich kontrollierten Medien, gilt El Dschasira als Insel der Meinungsfreiheit.

Die Regierungen der Golf-Staaten sehen in den katarischen Sender ihren inzwischen gefährlichsten Feind. Was hilft die ganze Arbeit ihrer Desinformationsminister, wenn El Dschasira ungebeten über antiamerikanische Demonstrationen in Bahrain oder die Selbstherrlichkeiten der saudi-arabischen Königsfamilie berichtet? In Kuwait und Jordanien wurden kürzlich die Büros von El Dschasira auf staatliche Anweisung geschlossen. Auch Ägypten fühlt sich bedroht und versucht dem Sender Menschenrechtsverletzungen anzudichten.

Was die arabischen Regierung nicht wahrhaben wollen, ist daß der Sender gerade durch seine Einmaligkeit einen so großen Einfluß bekommen hat. Und würden sie nicht mit allen Mitteln freie Medien unterdrücken, gäbe es andere Wege als den Terrorismus, um sich Gehör zu verschaffen. Sogar in Katar, von wo der Sender El Dschasira herstammt, sind Demonstrationen grundsätzlich verboten, was die Welthandelsorganisation bekanntlich dazu veranlaßt hat, dort seine letzten Beratungen abzuhalten, um sich die Globalisierungskritiker vom Halse zu halten.

El Dschasira plant den umgekehrten Weg: Der Sender will in den Westen Fuß fassen und eine englische Ausgabe seines Programms anbieten. Dies würde der US-Regierung den gegenwärtigen Propagandakrieg gegen den Irak erschweren.

Beim letzten Irakkrieg konnte die damalige US-Regierung von George Bush senior noch die Öffentlichkeit ungehindert durch Falschinformationen manipulieren und dadurch auch unabhängige Organisationen wie amnesty international auf ihre Seite ziehen. Während amnesty international klar gemacht hat, daß sie sich kein zweites Mal vor dem Karren spannen lassen wird, hat die amerikanische Öffentlichkeit ein kürzeres Gedächtnis und fällt wieder darauf ein.