Artikel & Essays

In diesem Archiv sind nahezu alle Interpretationen der sozialen Dreigliederung vertreten. Angefangen wird mit Rudolf Steiner und seinen direkten Mitstreitern. Nach dem Zweiten Weltkrieg und erst recht nach 1968 kommt es zu immer grundlegenderen Meinungsverschiedenheiten zwischen ihren Vertretern. Wir versuchen einerseits diese Vielfalt abzubilden, bevorzugen aber andererseits Autoren, die uns überzeugen.

Ansicht Thema Autor/in Jahr
Rätebewegung
03.03.2014

Rudolf Steiner über Arbeiterrräte und Sozialisierung im Sinne der Dreigliederung des sozialen Organismus - Nach dem Ersten Weltkrieg entstand in Deutschland kurzzeitig eine basisdemokratische Rätebewegung, die von bürgerlicher Seite stark bekämpft wurde, auf die Rudolf Steiner aber im Rahmen seines damaligen politischen Engagements erstaunlich positiv zuging. Stephan Eisenhut untersucht anhand eines neu erschienenen Bandes in der Gesamtausgabe, welche Rolle Arbeiter- und Betriebsräte spielen könnten, wobei auch grundsätzliche Schwachpunkte unserer gegenwärtigen Demokratie zur Sprache kommen.  Weiterlesen

01.07.2011

Im Juni 2011 sind es 60 Jahre her, seit das Montanmitbestimmungsgesetz in der Bundesrepublik in Kraft trat. Dieses Gesetz ist die bislang weitgehendste gesetzlich verankerte Form der Mitbestimmung der Beschäftigten in unternehmerischen Belangen. Nur in diesem Gesetz kann von einer wirklichen Parität zwischen Arbeitnehmern und Kapitaleignern gesprochen werden. Der Aufsichtsrat ist zu gleichen Teilen...   Weiterlesen

01.03.2010

Öffentlicher Vortrag vom 04.03.10 im Sinnewerk, Berlin.Sehr verehrte Damen und Herren,Im vergangenen Jahr habe ich einen Kongress an der TU besucht, der hieß „McPlanet“. Das Motto lautete: „Game Over – Neustart!“ Gemeint war, dass unser Wirtschaftssystem mit der Finanzkrise an sein Ende gekommen sei, und wir nunmehr eine neue Ära einläuten könnten. Sie wissen...   Weiterlesen

01.04.1994

Kann die Rätebewegung von 1918/19 zu den Elementen gerechnet werden, die zu einer Konsolidierung der Demokratie als Staatsform in Deutschland beigetragen hätte, wenn sie sich ausgeweitet hätte? Durch diese Frage wird die andere Frage, ob die Rätebewegung zur Durchführung einer Sozialisierung der Wirtschaft geführt hätte, nicht ausgeklammert. Sie wird vielmehr mit der ersten Frage verbunden: Hätte sich eine Sozialisierung der Wirtschaft positiv oder negativ auf die Demokratie als Staatsform ausgewirkt?  Weiterlesen

01.01.1991

Durch die Wahl von Betriebsräten und ihre Zusammenfassung zu einer württembergischen Betriebsräteschaft sollte das Wirtschaftsleben umstrukturiert, gleichsam von unten herauf assoziativ organisiert werden; durch die Schaffung von Kulturräten das Kulturleben staatlicher Bevormundung entrissen und in die Freiheit der Selbstverwaltung gegeben werden. Die Differenz zur marxistischen Strategie lag darin, daß diese die Priorität in der Eroberung der politischen Macht als Voraussetzung sozialer Revolutionierung ansetzte, während die Dreigliederungsinitiative schon innerhalb des Bestehenden antizipatorisch Elemente des Neuen realisieren und auf diese Weise «befreite Gebiete» schaffen wollte.  Weiterlesen

15.07.1919

Neben dem Thema der Sozialisierung dürfte es die Einrichtung der Betriebsräte sein, welche das Hauptinteresse von Unternehmer und Arbeiter in Anspruch nimmt. Hat man von Sozialisierung vor dem 9. November nur sehr wenig gehört, so ist der Begriff der Betriebsräte überhaupt erst nach dieser Zeit aufgetaucht und aus dem Sozialisierungsgedanken erst geboren worden.  Weiterlesen

10.07.1919

Wenn die Dreigliederung des sozialen Organismus dasjenige werden soll, als was sie unbedingt gedacht werden muß, dann wird sie als ein Ganzes wirken müssen. Daher mußte, als zunächst einmal verheißungsvoll aufging die Saat des wirtschaftlichen Programms durch den Gedanken der Betriebsräte, da mußte sogleich daran gedacht werden, daß nicht einseitig bloß auf wirtschaftlichem Felde in unserem Sinne gearbeitet werde, sondern daß der Allseitigkeit Rechnung getragen werde. Daher entschloß sich die Leitung des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus, gerade während des Arbeitens für die Betriebsräte auf der einen Seite, Persönlichkeiten um sich zu scharen, von denen man glaubte, daß sie Interesse haben müßten an der Schöpfung und an den Vorbereitungen für ein anderes Glied des sozialen Organismus, für das geistige Glied, für das Kulturglied. Und man versuchte, den Anfang damit zu machen, daß eine Art Kulturrat entstehe.  Weiterlesen

10.07.1919

Es obliegt mir, heute abend einen kurzen Abriß darüber zu geben, was von Seiten des Bundes in der Frage der Betriebsräte geschehen ist, und da möchte ich anknüpfen an die Versammlungen, welche vor vier Wochen einmal hier in der Landhausstraße, das andere Mal im Siegle-Haus stattfanden, und bei denen es sich darum gehandelt hat, eine Abwehrstellung gegen die schweren Angriffe seitens der Industriellen...   Weiterlesen

01.07.1919

Die Sozialisierung des Wirtschaftslebens gehört zu den Forderungen der neueren Zeit, die schon durch die Art ihres Auftretens zu erkennen geben, daß sie aus tieferen Seelenuntergründen heraus stammen als die Parteiprogramme vermuten lassen, durch die sie öffentlich vertreten werden. Für den unbefangenen Beobachter der Erscheinungen des sozialen Lebens erweist sich das Verlangen nach Sozialisierung...   Weiterlesen

An die Handarbeiter! – An die geistigen Arbeiter!An die Fabrikanten! Die Friedensverhandlungen gehen ihrem Ende entgegen. Ob Annahme oder Ablehnung: Das deutsche Reich steht vor seinem Untergang! Das Verhängnis lastet schwer auf uns und hemmt Schaffensfreude und Unternehmungslust. Wir gehen so körperlich und seelisch...   Weiterlesen