Volksabstimmung in Oberschlesien

Durch eine Volksabstimmung sollte 1921 entschieden werden, ob Oberschlesien Deutschland oder Polen zugeschlagen wird. Damit sollte demonstriert werden, dass nicht alles nach dem Willen der Sieger gehen muss. Hier sollte allein der Wille der lokalen Bevölkerung zählen.

Die Befürworter einer sozialen Dreigliederung plädierten stattdessen für die Gründung eines selbständigen neutralen Gebietes, um an einem Musterbeispiel die positiven Auswirkungen einer Entpolitisierung der wirtschaftlichen und geistigen Faktoren zeigen zu können. Sie wollten zeigen, dass Deutsche und Polen in Frieden zusammenarbeiten konnten – zum Wohl Europas.

In Oberschlesien wären sowohl das deutsch-polnische Nationalitätenproblem als die optimale Nutzung der Energiequellen zugunsten der Weltwirtschaft auf der Basis der sozialen Dreigliederung lösbar gewesen. Aber die Befürworter einer sozialen Dreigliederung drangen angesichts nationalistischer Verhetzung auf beiden Seiten 1921 nicht durch. Doch bleibt ihre Aktion ein Keim für die Zukunft.