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Hessnatur: Eigentümer Capvis redet anders, als er handelt

04.11.2012 - Johannes Mosmann

„Der neue Besitzer Capvis“, so die FAZ, habe „binnen weniger Wochen in mindestens zwei Fällen anders gehandelt, als er geredet hat.“ Ausgerechnet vor den Augen des Landgerichts Frankfurt demonstriert Capvis nun einen weiteren Fall.

Als Beispiel für die auffällige Diskrepanz zwischen Tatsache und Behauptung von Capvis führt die Tageszeitung an, dass Capvis im Juni beteuert habe, mit „den Geschäftsführern Wolf Lüdge und Maximilian Lang weitermachen zu wollen. Doch im August wurde Lüdge zum Entsetzen von Belegschaft und Betriebsrat geschasst.“[1] Weiter heisst es in dem Artikel, der Eigentümer habe zuerst mitgeteilt, Marc Sommer „werde Vorsitzender des neuen Beirats bei Hess Natur, aber nicht „operativ tätig“. Tatsächlich hat Capvis das genaue Gegenteil getan, wie die jüngste Pressemitteilung verkündet: Marc Sommer wird sich nun als Geschäftsführer „auf das operative Geschäft konzentrieren.“

Es ließen sich weitere Beispiele für das unkonventionelle Verhältnis von Capvis zur Wahrheit anführen. Etwa, dass gegenüber dem Betriebsrat zunächst eine finanzielle Beteiligung von Sommer an Hessnatur abgestritten wurde, der Betriebsrat dann aber aus der Presse erfuhr, dass Sommer in Wahrheit doch beteiligt wurde.

Den krassesten Widerspruch zwischen Behauptung und Tatsache demonstriert Capvis nun jedoch vor dem Landgericht Frankfurt. Dort hatte der neue Hessnatur-Eigentümer eine einstweilige Verfügung gegen zwei Verbraucher erwirkt, weil diese falsche Behauptungen aufgestellt und zu einem Boykott aufgerufen hätten. Im Hauptverfahren will die Hess Natur-Textil GmbH deshalb 200.000 Euro Schadensersatz von den beiden Sozialaktivisten fordern. In der dem Gericht vorgelegten Begründung heisst es:

„Sehr viele Kunden belassen ihren Datensatz in der Kundendatei, bestellen aber einfach nichts mehr. Das schlägt sich in einem spürbaren Rückgang der Umsätze nieder: Im Vergleich zum Vorjahr brach der Verkaufsabsatz der Antragstellerin in den vergangenen Wochen um rund 18 % ein.“

Zwei Wochen später erklärt Capvis dem Focus: „Wir kennen die Boykottdrohungen einschlägiger Blogs. Nach Zahl der Bestellungen können wir aber nicht viele Kunden verloren haben ...“[2]

Die öffentliche Gerichtsverhandlung um die einstweilige Verfügung gegen die Kundeninitiative wir-sind-die-konsumenten.de findet am 17. Januar, um 12:30 in Raum 391, Gebäude B des Landgerichts Frankfurt statt.

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