Ist für Assoziation schädlich, wenn sie zu groß oder zu klein wird

Quelle: GA 334, S. 142-143, 1. Ausgabe 1983, 19.03.1920, Zürich

Wie lassen sich diese fachlichen und sachlichen Untergründe dem Wirtschaftsleben geben? Eigentlich alle nicht durch eine Art von Korporation, durch eine Art von Organisation, die man heute so sehr liebt, sondern einzig und allein durch dasjenige, was ich nennen möchte Assoziationen. So daß sich aus den Menschen, die sich in die Berufe hineinleben, die wirklich sach- und fachkundig auf dem Gebiet des Wirtschaftslebens werden, Assoziationen bilden.

Nicht daß man die Menschen organisiert, sondern daß sie sich zusammenschließen nach sachlichen Gesichtspunkten, wie sie sich ergeben aus den einzelnen Wirtschaftszweigen heraus, aus dem Verhältnis von Produzenten und Konsumenten, aus dem Verhältnis der Berufszweige und Wirtschaftszweige. Da ergibt sich - das können Sie in meinen Schriften deutlicher nachlesen in seinen Einzelheiten - sogar ein gewisses Gesetz, wie groß solche Assoziationen sein dürfen, wie sie sich zu gestalten haben, wodurch sie schädlich werden, wenn sie zu groß werden, wodurch sie schädlich werden, wenn sie zu klein werden. Man kann durchaus dadurch ein Wirtschaftsleben begründen, daß man es auf solche Assoziationen aufbaut, indem man alles das, was innerhalb solcher Assoziationen aus rein wirtschaftlichem Impuls heraus in der sozialen Struktur bewirkt wird, eben nur auf das Sachliche und Fachliche stellt. Es weiß gewissermaßen jeder, an wen er sich zu wenden hat mit dem oder jenem, wenn er weiß, er ist so oder so durch die soziale Struktur der Assoziationen mit dem anderen zusammengekettet, er hat sein Produkt in einer solchen Weise durch eine Kette von Assoziationen zu leiten und dergleichen.