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Karl-Ballmer-Saal - ein Ort der freien Begegnung und Erwachsenenbildung

Der Karl Ballmer Saal ist das Lebensprojekt von Andreas Schurack. Viele Jahre Arbeit hatte er zuvor in den Aufbau der Sinnewerk GmbH gesteckt, auch um eine wirtschaftliche Grundlage für die Förderung freien Geisteslebens zu schaffen. Aus diesem Bemühen entstand ein Betrieb mit mittlerweile 40 Mitarbeitern, das Cafe Tasso an der Frankfurter Allee, das Cafe Morgenstern - und nun der Karl Ballmer Saal. Diesen Kulturort will er allerdings nicht selbst bewirtschaften, sondern ganz der freien Initiative derjenigen Menschen überlassen, die er als Vorkämpfer für eine demokratische, solidarische und freiheitliche Gesellschaft sieht. Dazu gehören u.a. Mitglieder des Instituts für soziale Dreigliederung und der freien Bildungsstiftung. Und in diesem Sinne hat Andreas Schurack die Verantwortung für die Organisation der Kulturveranstaltungen an Clara Steinkellner (Autorin des Buches Menschenbildung in einer globalisierten Welt) übertragen.

Eine freie Bildungseinrichtung für Erwachsene, die sich auf ihren eigenen, rein geistigen Boden stellt, und damit bewusst außerhalb der von Staats- oder Wirtschaftsmacht administrierten und geförderten Bildungssysteme positioniert, ist eine Forderung der Zeit. Die Mitwirkenden des Karl Ballmer Saals haben es deshalb gar nicht nötig, ihren Auftrag irgendwie zu formulieren und an die Menschen heranzutragen, sondern wollen das umgekehrte Verhältnis zu ihren Mitmenschen einnehmen – sie wollen hören, was die Besucher an tieferen Fragen selbst mitbringen, und was aus rein menschlichen Wollen heraus an die Oberfläche dringen will. Nicht das Verkünden geistiger Wahrheiten kann also den Karl-Ballmer-Saal beseelen, sondern das Raum-Geben für die Weisheit, die der Mensch selber spricht. Das ist aber eine Kunst. Und diese Kunst will in der freien und freilassenden Begegnung von Menschen, ungeachtet ihrer Herkunft oder ihres akademischen Rangs, allmählich ausgebildet werden.

Der Mensch hat sich gespalten in den Techniker des äußeren Lebens auf der einen, und den im Seelenleben schwelgenden Anthroposophen auf der andere Seite. Die selben Menschen, die von Meditationen und vermeintlichen geistigen Erfahrungen schwärmen, finden nur zu einer abstrakt-physikalischen Begrifflichkeit, wo sie z.B. über das Wirtschaftsleben der Gegenwart referieren sollen. So ist der Mensch gefangen zwischen zwei Irrtümern. Denn das Seelisch-Geistige besitzt der Mensch in Wahrheit nur, wo er dieses im äußeren Leben erkennt, und das äußere Leben erkennt er erst, wo er an der Verantwortung für dieses Äußere sein Seelisch-Geistiges entwickelt. Wer ernsthaft um Erkenntnis der Ursachen vermeintlicher «Marktgesetze» ringt, kommt zwangsläufig an die Grenze, wo er sein lineares Denken in ein bildhaftes verwandeln muss. Und wer wirklich ein imaginatives Denken ausbildet, entwickelt gleichzeitig die Grundlage, um den ökonomischen Gesamtprozess zu verstehen und in eine menschenwürdige Richtung zu lenken.

Im Karl-Ballmer-Saal darf wieder erlebbar werden, was die zwei Pole des Lebens innerlich verbindet, und inwiefern sie jeweils erst in dieser Verbindung ihren wirklichen Inhalt haben. Mit anderen Worten: die wissenschaftliche Betrachtungsweise soll so kalt und konsequent verfolgt werden, dass sie zur inneren Methodenfrage wird, und die Methode so tief erfasst werden, dass sie allmählich die Geheimnisse des ganz äußeren Lebens aufschliessen kann. Und so darf das eine der Prüfstein für das andere sein. In diesem Sinn wirken die Parteien dafür, einerseits Anthroposophie wieder an das Zeitgeschehen anzubinden, und andererseits Anthroposophie im Zeitgeschehen erstehen zu lassen.