Dreiteilung und sozialer Organismus

01.05.1973

Übersicht über die Kontroverse
Soziale Prozesse und Organe statt Dreiteilung
zwischen Benediktus Hardorp, Wilhelm Schmundt und Hartwig Wilken

 

Ihre [Benediktus Hardorps] Thesen zur sozialen Dreigliederung im Oktoberheft der „Arbeitsgemeinschaft“ habe ich mit regem Interesse gelesen. Auch bei wiederholtem Besinnen fand ich mich ohne Widerspruch in den Gedanken aufgenommen. Es ist insbesondere der Ausgangspunkt I, 1 + 2, bei dem ich mich in voller Übereinstimmung mit Ihnen empfinde. Indem Sie nun von dort her den Blick auf die einzelnen Sozialgebilde („Unternehmen“ im weitesten Sinne) richten, ergeben sich die weiteren Thesen mit innerer Notwendigkeit gedanklicher Ordnung.

[Beiträge, Jahrgang 15, Mai 1973, Seite 87]

 

Würde man von dem Ausgangsorte aus nun das Ganze der „Unternehmen“ ins Auge fassen, so würde sich ein weiteres Kapitel mit zusätzlichen Thesen anschliessen müssen; die Thesen II, 6, 7, 8 insbesondere verlangen ja danach. Aber während das, was Sie dargestellt haben, heute und hier praktiziert werden kann, würde sich für das geforderte Zusatzkapitel der Entwurf eines Zukünftigen ergeben, dem der Name „sozialer Organismus“ im eigentlichen Sinne zukommt. (In grösstmöglicher Kürze versuchte ich dies im „Goetheanum“ 1972 Nr. 32, 41, 44 zu schildern; ein weiterer Aufsatz, der die Reihe abschliesst, über „das Vorgegebene der Rechtssoziologie“ liegt noch bei der Redaktion.)

Jedoch für jemanden, der so wie Sie dem sozialen Tatenfelde zugewandt ist, scheint mir das Beschränken auf das, was Ihre Thesen umschliessen, gerade das Rechte.

[Beiträge, Jahrgang 15, Mai 1973, Seite 88]

 

Quelle

Beiträge zur sozialen Dreigliederung, Jahrgang 15, Mai 1973, S. 87-88