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IST
"Aufgeblähtes" repäsentativ-demokratisches Rechtsleben
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SOLL
"Abgemagertes" demokratisches Rechtsleben unter sozialer Dreigliederung
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| Allgemeines |
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| Die Bundesrepublik Deutschland versteht sich als demokratischer, sozialer und föderativer
Rechtsstaat. |
Die Bundesrepublik Deutschland versteht sich als demokratischer Staat. Die Sozialstaatlichkeit, als
materiell ausgleichende Aktivität, liegt nicht in ihrer Aufgabe. Der Föderalismus liegt in der
kulturellen Eigenart der Deutschen. Es ist die verfassungsmäßige Freiheit diesen
beizubehalten. |
| Es besteht Gewaltenteilung in Gesetzgebung, Ausführung und Rechtssprechung. |
Es besteht Gewaltenteilung in Gesetzgebung, Ausführung und Rechtssprechung mit den noch
folgenden Änderungen (s. Rechtssprechung). |
| Das Solidaritätsempfinden der Anhänger von Parteien ist stärker als das
Rechtsempfinden, das sachliche Urteilen der Menschen im demokratischen Leben. |
Das Rechtsempfinden als Mensch findet leichter Vorrang gegenüber dem Solidaritätsempfinden
einer Partei. |
| Der Staat wuchert ähnlich einem Krebsgeschwür über Gebiete der Kultur und der
Wirtschaft. Finanzielle Unersättlichkeit, Schuldenbildung, wuchernde Bürokratie sind die
Folge. |
Der Staat wird auf ein gesundes Maß seiner eigentlichen Aufgabe eingegrenzt: Die Wahrung des
öffentlichen Rechts und Schutz nach innen und außen. Dieser "Minimalstaat" wird erheblich
weniger Kosten und Verwaltungsarbeit verursachen. |
| "Ausgrenzung" Kultur |
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| Der Staat wird mit eigenen Lehrkräften und Schulen selbst pädagogisch tätig. Er
übt Fach- und Rechtsaufsicht in der Pädagogik aus und bestimmt Prüfungen und
Lehrpläne. |
Der Staat sichert die Freiheit der Bildung. Er betreibt aber keine eigene Pädagogik. |
| Der Staat betreibt selbst Wissenschaft. |
Der Staat sichert die Freiheit von Forschung und Lehre. Er betreibt jedoch keine eigene
Wissenschaft. |
| Der Staat fördert bestimmte Kunst, hat Museen und Galerien. |
Der Staat sichert die Freiheit der Kunst, ist aber sonst neutral. |
| Der Staat bevorrechtigt bestimmte Religionen. |
Der Staat sichert die Freiheit der Religionen, ist aber sonst neutral. |
| Der Staat sorgt aktiv für die Gesundheit der Menschen und bevorrechtigt bestimmte
Therapien. |
Der Staat sichert die Freiheit der Arztwahl, die Therapie-, die Vertrags- und die
Versicherungsfreiheit. Er sorgt für Rechtssicherheit im Gesundheitswesen. Er wird aber nicht selbst
gesundheitlich aktiv. |
| Der Staat betreibt eigene Medien. |
Der Staat sichert die Freiheit der Meinungsäußerung bzw. die Pressefreiheit. Er betreibt
keine eigenen Medien. |
| Der Staat richtet über Gesetzesverstöße im gesamten Rechtsbereich. |
Der Staat richtet über Gesetzesverstöße im öffentlichen Recht. Die
Rechtssprechung im Privat- und Strafrecht überläßt er der Selbstverwaltung des Kultur-
und Geisteslebens. Menschen können in diesen Bereichen vor einem Gesetzesverstoß einen Richter
wählen. |
| Parteien üben Fraktionszwang aus, umgehen die staatliche Gewaltenteilung und haben ein Monopol
in der politischen Willensbildung. |
Parteien wirken neben einzelnen Menschen bzw. dem Volk bei der politischen Willensbildung mit.
Der Staat wacht schärfer über die Gewaltenteilung und die Unabhängigkeit der Abgeordneten.
Das Interesse an Parteien wird geringer, die politische Sachbezogenheit größer durch
Einführung des Volksentscheid als Kontrollmittel der Beschlüsse der Parlamentarier durch das
Volk. |
| "Ausgrenzung" Wirtschaft |
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| Der Staat wirtschaftet selbst. |
Der Staat wirtschaftet nicht selbst. |
| Der Staat greift mit wirtschaftspolitischen Instrumenten steuernd in die Wirtschaft ein, um
ständiges Wachstum zu gewährleisten (Währung, Subventionen, Investitionen u.a.). |
Der Staat kann sich keiner wirtschaftspolitischen Instrumente bedienen, um in das Wirtschaftsleben
einzugreifen. Er besitzt keine. Informelle Beeinflussung der Parlamentarier kultureller oder
wirtschaftlicher Interessengruppen (=Lobbyismus) bleibt sowohl bei der Regierung als auch bei der
Gesetzgebung wirkungslos. |
Der Staat gibt Geld als gesetzliches Zahlungsmittel heraus. Diese Aufgabe ist für den EG-Raum
auf das System Europäischer Zentralbanken übergegangen.
Ziel der europäischen Währungshüter ist die Steuerung der Preisniveaustabilität durch
Geldmengensteuerung und Leitzinspolitik, die die Geldnachfrage beeinflußt.
Ein ständiges Gleichgewicht zwischen Geldmenge und Warenproduktion wird nicht angestrebt. In
Verbindung mit der Anerkennung der Geldfunktion der dauerhaften Wertaufbewahrung stockt das Geld im
Umlauf und verursacht ständig Kaufkraftverlust (Inflation). |
Es entspricht dem richtigen Verständnis von Selbstverwaltung dort Geld entstehen zu lassen, wo
der einzig mögliche Gegenwert des Geldes, die Ware, entsteht.
Die Assoziationen als Selbstverwaltungsorgane des Wirtschaftslebens geben das Geld heraus und steuern das
Gleichgewicht zwischen Waren und Geldmenge.
"Währung wird die vernünftige Einrichtung des gesamten Wirtschaftsorganismus durch dessen
Verwaltung." Geld wird beschränkt auf die Funktion als Wertmesser und Tauschmittel. |
| Neue Aufgaben |
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| Ein manipulierbarer, bestechlicher Staat gibt den Interessen der Wirtschaft nach und nimmt
Schädigungen von Natur und Mensch in Kauf. |
Das unabhängige Rechtsleben schützt Mensch und Natur vor wirtschaftlichen Schäden
durch eine Rahmengesetzgebung. Hier sind vor allem Regelungen über Art und Maß der Arbeit zu
nennen, wodurch die Wirtschaft in eine Abhängigkeit kommt, die der Abhängigkeit von Rohstoffen
und Naturbedingungen vergleichbar ist. |
| Boden und Produktionsmittel sind Waren, können verkauft, vererbt oder verschenkt werden.
Eigentumsrecht wird hier zur Ware, der Nutzen fließt dem Eigentümer zu. |
Boden und Produktionsmittel sind keine Waren, können nicht verkauft, vererbt oder verschenkt
werden. Eigentumsrecht wird hier nicht zur Ware, der Nutzen fließt langfristig der Allgemeinheit
zu. Hierzu legen die Menschen im Rechtsleben die Bedingungen fest, wie Boden und Produktionsmittel von
einem Unternehmer zum nächsten übertragen werden soll. |
| Finanzierung des Rechtslebens |
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| Der Staat bestimmt Steuerforderungen, die Steuerart und -höhe und auch ihre Verwendung.
Wirtschaftsinteressen können bei der Verteilung der Steuerforderungen auf bestimmte Gruppen
Einfluß auf das Parlament nehmen (z.B. Selbständige/Unselbständige, Kerosin/sonstiges
Mineralöl). |
"Innerhalb des Rechtslebens findet die Regelung der allgemeinen Steuerbedürfnisse und der
Steuerverwendung statt. Dagegen wird die Verteilung der Steuerforderungen auf die einzelnen
Wirtschaftsgebiete den Assoziationen obliegen..." Somit wird demokratisch das "Was" und "Wofür" der
Finanzierung, nicht aber das "Woher (nehmen)" entschieden. |
Der heutige Warencharakter des Geldes verführt zu der Ansicht, daß Geldeinnahmen etwas
reales seien (obwohl der warenlose Geldüberhang gerade heute immens ist). Deshalb sieht man in der
Einkommensbesteuerung noch immer etwas gerechtes.
Im Zusammenhang mit den größer gewordenen Staatsaufgaben hat diese Täuschung aber dahin
geführt, das Steuersystem höchst kompliziert und bürokratisch aufwendig werden zu
lassen. |
Das Geld ist ein Zeichen für Güter, die produziert wurden. Mit dem gesamten Geld haben wir
eine Art "fließende Buchhaltung". "Daher muß man, wenn man mit dem Steuersystem nicht etwas
schaffen will, was parasitär am Wirtschaftsprozesse ist, sondern wenn man etwas schaffen will, was
eine wirkliche Hingabe des Wirtschaftsprozesses an die Allgemeinheit ist, das Kapital in dem Augenblicke
versteuern, in dem es in den Wirtschaftsprozeß überführt wird. Und das Sonderbare stellt
sich heraus, das die Einnahmesteuer verwandelt werden muß in eine Ausgabensteuer - die ich bitte,
nicht zu verwechseln mit indirekter Steuer." |
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