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Die Selbständigkeit der Zivilgesellschaft sichernWährend Staaten seit den neunziger Jahren die Globalisierung zuhnehmend als unvermeidbares Schicksal hinnehmen, hat sich innerhalb der Zivilgesellschaft der Widestand formiert. Nicanor Perlas hat als Wortführer philipinnischer Bürgerbewegungen zu dieser Entwicklung beigetragen, nachdem er zusehen mußte, wie hart erkämpfte Umweltgesetze gegen Pestiziden von der Welthandelsorganisation zu Handelshemmnissen erklärt und unwirksam gemacht wurden. Nachdem es 1999 in Seattle der Zivilgesellschaft gelungen ist, ein Treffen der Welthandelsorganisation zum Scheitern zu bringen, arbeitet Nicanor Perlas in seinem Buch Die Globalisierung gestalten - Zivilgesellschaft, Kulturkraft und Dreigliederung aus, unter welchen Bedingungen die Zivilgesellschaft weiterhin Erfolg haben kann. Laut Nicanor Perlas wird sich die Zivilgesellschaft nur dann vor Vereinnahmungen schützen können, wenn sie sich ihrer eigenen kulturellen Natur bewußt wird und daher konsequent auf ihre Unabhängigkeit von Staat und Politik besteht. Nur dann ist eine bewußte Dreigliederung, d.h. eine Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Staat und Wirtschaft als gleichberechtigten Partnern möglich. Aus dieser Einsicht ist das Netzwerk Globenet3 entstanden, das inzwischen in 9 Ländern aktiv ist (siehe www.globenet3.org). Seit 2001 ist Nicanor Perlas darüber hinaus verstärkt im Bereich der alternativen Wirtschaft aktiv. Eine solidarische Wirtschaft von unten aufbauenDurch das Weltsozialforum ist es der Zivilgesellschaft inzwischen gelungen zu zeigen, daß sie nicht nur kritisieren, sondern auch Alternativen anbieten kann. Diesen Alternativen fehlt es aber noch an Gewicht. An dieser Stelle setzt Nicanor Perlas an. Als Direktor der Lifebank hat er ein Kleinstkreditprogramm initiiert, der nicht nur den Armen - insbesondere Bauern - die Gründung kleiner Unternehmen ermöglicht, sondern versucht, diese Unternehmen untereinander und mit den Konsumenten vor Ort zu vernetzen. Dieses Programm unterstützt schon mehr als 3000 Familien und soll innerhalb der nächsten 10 Jahren auf eine Million Familien ausgedehnt werden. Ziel ist es, lokale Assoziationen aufzubauen, die stark genug sind, um an der Welthandelsorganisation vorbei wirtschaften zu können. Erst dann wird es möglich, strenge nationale Umwelt- und Sozialgesetze ohne Rücksicht auf den Weltmarkt umzusetzen. Wird die Zahl von 10.000 Familien erreicht, sollen medizinische und Bildungseinrichtungen errichtet werden. Der Korruption in der Politik Einhalt gebietenDurch einen Volksaufstand (Power People II) war es möglich, den korrupten Präsidenten Estrada zu stürzen. Nicanor Perlas ist Mitglied von Pagabago@Pilipinas, eines Forums aus Vertretern von Wirtschaft, Regierung und Zivilgesellschaft, das zum Kern von Power People II gehört. Angesichts der wieder wachsenden Korruption bleibt dieses Forum weiter aktiv. Um Verfilzungen bei sich selber zu vermeiden, hat sich das Forum auf Anraten von Nicanor Perlas in drei selbständige, aber interagierende Bewegungen gegliedert. Diese Dreigliederung in eine kulturelle, eine politische und eine ökonomische Bewegung soll zur Erneuerung der Gesellschaft beitragen. Ein Zitat
Kurzbiographie
Quelle: Trigolog Berlin 9/2003 unter dem Titel "Wieviel Macht hat die Zivilgesellschaft? Beispiel Philippinen", vom Autor überarbeiteten Nachdruck.
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