Bei Waldorfschule nicht nur Liebe sondern auch Pflicht zur Arbeit

Quelle: GA 298, S. 108-109, 2. Ausgabe 1980, 18.06.1921, Stuttgart

Wenn ihr von dem Jahresanfang zu dem Ende aufsteigt, wächst eure Arbeit damit, die Sorgen werden damit größer. Deshalb betrachtet einen solchen Moment als etwas besonders Wichtiges, etwas, was euch erinnert, wie der Mensch in der Gotteswelt darinnensteht, wie ihr tüchtig werden müßt an Leib, Seele und Geist, wie ihr in diesem tüchtigen Streben nach Wachstum und Gesundheit eures Geistes, eurer Seele und eures Leibes gedenkt. Denn dieser Gedanke wird euch helfen. Ihr werdet es dazu bringen, daß er an jedem Morgen euch Kraft gibt, damit ihr in der richtigen Weise eure Taten und Ziele zubereitet. Dann werdet ihr am Abend mit Befriedigung daran denken. Ihr werdet schlafend hinübergehen können in Gottes Geisteswelt, wenn ihr euch sagen könnt: Ich habe meine Pflicht in der Schule getan. - Immer mehr müßt ihr lernen durch dasjenige, was ihr in der Waldorfschule erlebt, was das Wort «Pflicht» auch heißt, wie die Pflicht hineinspielt in die Liebe zur Arbeit. Das müßt ihr in der Waldorfschule schon lernen. Durch das alles werdet ihr tüchtige Menschen. Das sage ich zu denen, die schon in höheren Klassen sind, die schon in ein reiferes Alter eintreten, die schon näher dem Leben stehen, in dem sie selbständig wirken müssen.