Händler zum Agent des Konsums statt der Produktion machen

Quelle: GA 338, S. 175, 4. Ausgabe 1986, 16.02.1921, Stuttgart

Wenn wir nicht darauf eingehen, solche Dinge, wie ich sie Ihnen eben mit Bezug auf die Grundrente gesagt habe, klarzustellen, so werden wir nicht dazu kommen, die Notwendigkeit der Assoziationen den Leuten zu zeigen; denn denken Sie sich nur einmal in der notdürftigsten Weise die Assoziationen installiert: sofort tritt die Erfahrung zutage, wie schädlich auf die Preisbildung all die unnatürlichen Dinge wirken, die im Wirtschaftsleben drinnenstehen. Das kann natürlich nicht zutage treten, wenn man das Wirtschaftsleben so versorgt, daß die Agenten auf das Land gehen und für die einzelnen Unternehmungen Geschäfte machen. Da kann ihnen nicht entgegentreten der Zusammenhang zwischen Produktion und Konsum. Sie haben nicht das Interesse, das Augenmerk darauf zu richten, wieviel produziert werden soll. Für sie gilt nur die eine, selbstverständliche «Wahrheit», daß ihr Brotherr möglichst viel produzieren kann. Dieses Interesse an dem möglichst starken Produzieren des Brotherrn muß ersetzt werden durch die positive Kenntnis: Wieviele Produzenten müssen da sein, weil wir gesehen haben, so und so viel ist Bedarf für einen Artikel, also dafür gesorgt werden muß, daß nicht zu viele und nicht zu wenige auf dem betreffenden Territorium für diese Sache arbeiten? Das sachliche Interesse muß an die Stelle des Interesses für den einzelnen Unternehmer treten. Darauf kommt es bei der Assoziation an.