Arbeitsloses Einkommen erst durch reelles Geistesleben produktiv

Quelle: GA 338, S. 129-137, 4. Ausgabe 1986, 15.02.1921, Stuttgart

Wir hören heute von manchen, die mitreden wollen in sozialen Fragen, es käme zum Beispiel darauf an, daß die proletarische Bewegung sich auflehne gegen das arbeitslose Einkommen, gegen den arbeitslosen Erwerb. - Nun, gewiß, hinter der Geltendmachung solcher Behauptungen liegt ja immer irgend etwas Reales. Aber zumeist etwas ganz anderes, als die Leute meinen, die sehr häufig solch eine Behauptung aufstellen. Denn man muß sich klar sein darüber, daß man erst, und zwar nicht durch Begriffe, sondern durch Beobachtungen der sozialen Vorgänge, dahinterkommen muß, was eigentlich « arbeitsloses Einkommen », « arbeitsloser Erwerb » ist.

Über diese Dinge haben sich ja die Menschen in der verschiedensten Weise geäußert. Es gibt Leute, sogar Bismarck gehörte zu ihnen, welche sich zwar anders ausdrückten - sie sprachen von « produktiven Ständen », meinten aber eigentlich arbeitende Stände -, welche aber der Ansicht waren, daß zum Beispiel Landwirte, Gewerbetreibende, die mit ihren Händen arbeiten, und Vertreter ähnlicher Berufszweige « produktive Leute », daß aber zum Beispiel Lehrer, Ärzte und dergleichen nicht « produktive Leute » wären. Daß also, was vom Lehrer ausgeht, nicht « produktive Arbeit » sei.

Sie wissen ja vielleicht, daß Karl Marx eine volkswirtschaftliche Entdeckung gemacht hat, welche viel, viel herumgesprochen worden ist, gerade um die « produktive Arbeit », die die Leute meinten, in das rechte Licht zu setzen. Diese Entdeckung des Karl Marx ist ja der bekannte « indische Buchhalter ». Es ist der Mensch, der irgendwo in einem kleinen indischen Dorfe, wo die anderen Leute mit ihren Händen arbeiteten, also säten, ernteten, Früchte pflückten von den Bäumen und dergleichen, angestellt war, um über diese Dinge Buch zu führen. Und Karl Marx hat dahin entschieden, daß alle anderen Leute « produktive Arbeit » leisten in diesem Dorfe, jener unglückselige Buchhalter aber « unproduktive Arbeit » leiste, und daß er vom « Mehrwert », der abgezogen wird aus den Arbeitserträgnissen der anderen, sein unproduktives Leben fristet. Und von diesem unglückseligen indischen Buchhalter gehen ja sehr viele Deduktionen aus, die gerade auf einem gewissen Gebiet volkswirtschaftlicher Betrachtungsweise in der neuesten Zeit üblich geworden sind.

Selbstverständlich kann man die Tätigkeit des Lehrers in ebenderselben Weise eingliedern in den sozialen Prozeß als eine « unproduktive Tätigkeit », wie Karl Marx eingegliedert hat die Tätigkeit seines unglückseligen indischen Buchhalters. Nun aber nehmen wir einmal den Fall so: Ein Lehrer ist ein geschickter Mann, geschickt als Vollmensch. Er unterrichtet und erzieht ganz junge Kinder, Volksschulkinder. Und nehmen wir der Einfachheit halber an - die Theorie wird ja dadurch nicht beeinträchtigt -, daß alle die Kinder, die der Lehrer erzieht und unterrichtet, Schuster werden. Und durch seine Geschicklichkeit, dadurch, daß er durch den Unterricht seiner Kinder Fähigkeiten entwickelt, durch die sie klug denken, sich klug hineinstellen mit ihrem Beruf als Schuster in das Leben, ferner durch seine praktische Anleitung mit allerlei Erziehungsmitteln, macht er seine Kinder geschickter; und sie werden nun solche Schuster, welche, sagen wir, alle zehn Tage so viel Stiefel herstellen, wie andere in fünfzehn Tagen. Nun, was liegt da eigentlich vor? Nicht wahr, alle diese Schuster, die da entstanden sind, die liefern ja nach echt marxistischer Lehre « produktive Arbeit ». Wäre der Lehrer nicht gewesen mit seiner Geschicklichkeit, wäre er ein ungeschickter Lehrer gewesen, so würden sie dieselbe produktive Arbeit auch in fünfzehn Tagen leisten, statt in zehn. Rechnen Sie nun zusammen alle die Schuhe, welche durch diese Kinder, nachdem sie erwachsen sind, gemacht werden in den fünf Tagen, die erspart worden sind dadurch, daß sie einen geschickten Lehrer gehabt haben, so können Sie sagen: Alle diese Stiefel hat im Grunde genommen dieser geschickte Lehrer gemacht, und mindestens in dem volkswirtschaftlichen Prozeß, in all demjenigen, was zu diesem volkswirtschaftlichen Prozeß gehört, das heißt in allem, was aus ihm herausfließt zum Unterhalt der Menschen und so weiter, in alledem war der Lehrer der eigentlich Produktive. Seine Wesenheit lebt eigentlich fort in den in den fünf Tagen erzeugten Stiefeln!

Es handelt sich darum, daß man hier an einer solchen Sache eine kurzmaschige Betrachtungsart anwenden kann, und man wird dann dazu kommen, marxistisch « produktive Arbeit », nur die Arbeit des Schusters zu nennen, « unproduktive Arbeit », das heißt solche, die aus dem Mehrwerte sich unterhält, aber die des Lehrers. Aber man verfälscht ja alle Wirklichkeit durch eine solche Betrachtungsweise.

Man kann eine andere Betrachtung anstellen, welche nicht einseitig nach der einen oder anderen Richtung hin tendiert, sondern den gesamten Prozeß des sozialen Lebens ins Auge faßt. Wenn man aber wiederum volkswirtschaftlich denkt, rein volkswirtschaftlich, dann muß man folgendes sagen: Was ist denn dasjenige eigentlich, was der Lehrer zu seinem physischen Unterhalte bezieht? Unterscheidet es sich in volkswirtschaftlicher Beziehung, also bitte: unterscheidet es sich in volkswirtschaftlicher Beziehung von irgendeiner anderen Rente ? Unterscheidet es sich von irgend etwas, was sonst, reden wir jetzt marxistisch, « abgezogen » wird von der rein physisch-körperlichen Arbeit und, ich sage jetzt, einem anderen Menschen übergeben wird? Es unterscheidet sich volkswirtschaftlich nämlich gar nicht! Denn es handelt sich dabei um folgendes.

Nehmen Sie an, es wird dasjenige, was der sogenannte « Mehrwert » ist, verwendet für Lehrer, dann fließt es in der Weise, wie ich es eben charakterisiert habe, produktiv in den ganzen volkswirtschaftlichen Prozeß ein. Nehmen wir an, es wird übergeben einem Financier, einem Menschen, den man im wirklichen Sinne einen Rentner nennt, der eigentlich nichts tut, als was man gewöhnlich « Coupons abschneiden » nennt. Ja, ist denn damit, daß er die Coupons abschneidet, der volkswirtschaftliche Prozeß erschöpft ? Nicht wahr, der Mann ißt und trinkt und kleidet sich und so weiter. Er kann ja nicht von demjenigen, was ihm abgeliefert wird als « Mehrwert », leben. Er lebt ja von dem, was die anderen Menschen für ihn erarbeiten. Er ist ja bloß eine Umschaltungsstelle für die Arbeit, für den volkswirtschaftlichen Prozeß.

Und wenn man die Sache ganz objektiv betrachtet, so kann man eigentlich nur das Folgende sagen: Solch ein Mensch, der als finanzierender Rentner irgendwo lebt, durch den umgeschaltet werden die volkswirtschaftlichen Prozesse, der ist im sozialen Leben drinnen etwa so wie der Ruhepunkt einer Waage, eines Waagebalkens. Der muß auch da sein, der Ruhepunkt eines Waagebalkens. Alle anderen Punkte bewegen sich; der eine Ruhepunkt des Waagebalkens bewegt sich nicht. Er muß aber da sein. Denn, es muß umgeschaltet werden. Das heißt mit anderen Worten: Volkswirtschaftlich läßt sich überhaupt nicht über diese Sache entscheiden. Höchstens könnte man sagen: wenn diese Ruhepunkte, diese « Coupons abschneidenden » Rentner, an Zahl zu groß würden, dann würden die anderen um ein Wesentliches mehr arbeiten müssen, länger arbeiten müssen. Aber so ist es ja in Wirklichkeit nirgends, weil die Zahl der Rentner im Verhältnis zu irgendeiner Gesamtbevölkerung niemals in dieser Weise überhaupt in Betracht kommt, und weil zunächst so, wie wir heute den sozialen Prozeß haben, kaum irgend etwas herauskommen würde, wenn man die Sache aus unseren heutigen Verhältnissen heraus ändern würde.

Also so kann man überhaupt über die ganze Sache nicht denken. Und wenn Sie die marxistische Literatur durchgehen, so werden Sie sehen, daß gerade durch den Zwang, den man sich auferlegt, sozusagen für alle Schäden des sozialen Lebens etwas verantwortlich zu machen, wie den sogenannten arbeitslosen Erwerb, lauter Konklusionen, lauter Schlüsse herauskommen, die nicht bündig sind. Denn sie besagen eigentlich nichts. Sie würden ja nur etwas besagen, wenn sich nun tatsächlich irgendwie der volkswirtschaftliche Prozeß wesentlich ändern würde, wenn die Rentner ihre Rente nicht beziehen würden. Das würde aber gar nicht der Fall sein. Also mit dieser Denkweise kommt man der Sache überhaupt nicht nahe.

Es handelt sich vielmehr darum, daß man das Augenmerk recht klar darauf richtet, daß notwendig solche Ruhepunkte sein müssen zum Umschalten, zum Umsatz im wirtschaftlichen Leben. Denn es gibt einen Mehrwert, der volkswirtschaftlich ganz genau übereinstimmt mit allen Definitionen des Mehrwertes von Karl Marx, der auch in allen seinen Funktionen übereinstimmt, soweit man bloß wirtschaftlich denkt, mit den Funktionen des Mehrwertes von Marx: das ist die Steuerbelastung. Die Steuer ist ja in bezug auf Entstehung und Funktion ganz genau dasselbe wie der Mehrwert von Karl Marx. Und die verschiedenen sozialistischen Regierungen haben ja nicht gerade erwiesen, da, wo sie aufgetreten sind, daß sie besonders Bekämpfer des Mehrwertes in der Form der Steuerleistung geworden sind! An solchen Dingen zeigt sich aber eben die Absurdität der Theorien.

Die Absurdität der Theorien zeigt sich nämlich niemals vor der Logik, sondern immer nur vor der Wirklichkeit. Das muß derjenige sagen, der sich bestrebt, überall aus dieser Wirklichkeit heraus zu urteilen. Solange man im wirtschaftlichen Leben stehenbleibt, ist es unmöglich, irgendwie mit dem Begriff « Mehrwert » einen vernünftigen Sinn zu verbinden. Denn solange wir im wirtschaftlichen Leben stehenbleiben, so lange haben wir es zu tun mit der Umsetzung wirtschaftlicher Prozesse. Und die können sich nur umsetzen dadurch, daß Schaltestellen da sind. Ob die nun beim Staate liegen oder bei einzelnen Rentnern, das ist nur ein sekundärer Unterschied, rein wirtschaftlich gedacht. Deshalb ist es notwendig, darauf hinzuweisen, daß alles, was mit einem solchen Begriff wie « arbeitsloses Einkommen » oder « arbeitsloser Erwerb » zusammenhängt, gar nicht auf volkswirtschaftlichem Denken beruht, sondern lediglich auf Ressentiment: auf dem Anschauen desjenigen, der ein solches « arbeitsloses Einkommen » hat, und den man im Grunde genommen als jemand betrachtet, der faulenzt, der nicht arbeitet. Es wird einfach in das volkswirtschaftliche Denken ein rechtlicher oder sogar moralischer Begriff eingeschmuggelt. Das ist das Urphänomen dieser Sache.

In Wirklichkeit handelt es sich nämlich um etwas ganz anderes bei diesen Dingen, nämlich darum, daß überhaupt unser menschlicher Lebensprozeß, unser Zivilisationsprozeß gar nicht erhalten werden könnte, wenn man etwa dasjenige verwirklichen würde, was manche eben anstreben, indem sie wiederum das phrasenhafte Wort erfinden: « das Recht auf den vollen Arbeitsertrag ». Denn es gibt keine Möglichkeit, von einem « vollen Arbeitsertrag » zu sprechen, wenn man bedenkt, daß, wenn ich Schuster geworden bin und geschickter arbeite, als ich gearbeitet hätte, wenn ich nicht einen geschickten Lehrer gehabt hätte, jede Möglichkeit entfällt, mir das Recht zu vindizieren auf den « vollen Arbeitsertrag ». Denn woraus fließt er denn? Nicht einmal aus der Gesamtheit der Gegenwart! Der Lehrer, der mich gelehrt hat, kann vielleicht längst gestorben sein. Es gliedert sich zusammen die Vergangenheit mit der Gegenwart, und die Gegenwart wiederum fließt hinüber in die Zukunft. Mit kurzmaschigen Begriffen solche Dinge übersehen zu wollen, wie sich das Einzelne, was der Mensch leistet, hineinstellt in den ganzen Volkswirtschaftsprozeß, das ist ein Unding.

Es kommt aber sogleich etwas anderes heraus, wenn man sich sagt: Nun gut, rein volkswirtschaftlich gedacht kann nicht die Rede davon sein, daß irgendwie ein « voller Arbeitsertrag » einem Menschen zukommen kann, denn man kann den Begriff gar nicht einmal fassen. Man kann ihn nicht einengen, konturieren. Das gibt es nicht. Das ist unmöglich. Es kommt aber sogleich etwas heraus, wenn man die Wirklichkeit betrachtet. In der Wirklichkeit finden sich solche Umschaltestellen, solche Menschen, denen zufließt zum Teil das Erträgnis anderer, die physisch arbeiten. Nun, nehmen wir an, derjenige, dem das zufließt, der ist Lehrer, so leistet er in dem Sinn eine recht produktive Arbeit, wie ich es vorhin charakterisiert habe. Aber nehmen wir an, er ist nicht Lehrer, sondern wirklich ein Coupon-Abschneider. Nehmen wir als Ausgangspunkt nicht einen Coupon-Abschneider, sondern zwei. Der eine schneidet morgens seine Coupons ab, zündet sich dann nach dem Frühstück ein paar Zigaretten an, liest sein Morgenblatt, dann geht er spazieren, dann ißt er zu Mittag, dann setzt er sich in seinen Schaukelstuhl und schaukelt sich etwas, dann geht er in den Club und spielt Whist oder Poker und so weiter, und so verbringt er seinen Tag. Nehmen wir nun einen anderen, der auch am Morgen seine Coupons abschneidet, sagen wir, der aber dann sich damit beschäftigt, nun, wir wollen sagen, ein wissenschaftliches Institut einzurichten, der also seine Gedanken darauf verwendet, ein wissenschaftliches Institut einzurichten, welches niemals zustande kommen würde, wenn er nicht Coupons abschneiden könnte; denn wenn es eingerichtet werden sollte von den Leuten, die etwa da sind, um die Arbeit zu verrichten, durch die er seine Coupons abschneidet, so würde es ganz gewiß niemals eingerichtet werden. Er richtet es ein. Und in diesem wissenschaftlichen Institute wird vielleicht nach zehn Jahren, vielleicht nach zwanzig Jahren, eine außerordentlich wichtige Entdeckung oder Erfindung gemacht. Durch diese Entdeckung oder Erfindung wird produktive Arbeit in ähnlicher Art geleistet, aber noch in ausgiebigerem Maße vielleicht, als sie der Lehrer an seinen Kindern tun konnte, die Schuster wurden. Dann gibt es doch einen gewissen Unterschied zwischen dem Coupon-Abschneider A und dem Coupon-Abschneider B - einen Unterschied, der volkswirtschaftlich ganz außerordentlich in Betracht kommt. Und wir müssen sagen: der ganze Prozeß des Coupon-Abschneidens war außerordentlich produktiv im ganzen Zusammenhang des menschlichen Lebens.

Wirtschaftlich, rein wirtschaftlich läßt sich die Frage gar nicht entscheiden. Sie läßt sich nur dann entscheiden, wenn außer dem Wirtschaftsleben noch etwas anderes da ist, was, abgesehen vom Wirtschaftsleben, abgegliedert vom Wirtschaftsleben, die Menschen dazu bringt, wenn sie, auf welche Art immer, ihren Unterhalt aus der Allgemeinheit herausziehen, durch ihre eigene Wesenheit wiederum zurückzugeben, was sie herausziehen; wenn also ein freies Geistesleben da ist, das die Leute so anregt, daß sie nicht Financiers werden, sondern in irgendeiner Weise gerade ihre geistige Kraft vielleicht anwenden, so, wie sie sie haben, oder auch die physische Kraft anwenden, so, wie sie sie haben.

Gerade dann, wenn man die Dinge durchschaut, wie sie im wirklichen Leben sind, so wird man auf die Notwendigkeit der Dreigliederung des sozialen Organismus geführt. Und man wird vor allen Dingen aufmerksam gemacht durch solches Durchschauen des Lebens, daß all das Zeug, das heute vielfach nationalökonomisch, auch von Praktikern, vorgebracht wird, im Grunde unbrauchbar ist, daß in die Köpfe der Menschen endlich etwas anderes hinein muß, nämlich eine Totalbetrachtung des Lebens. Und diese Totalbetrachtung des Lebens, die ist es, die am Ende führt zur Dreigliederung des sozialen Organismus.

Wir müssen uns also bemühen, solche Vorstellungen immer weiter und weiter zu verbreiten. Wir dürfen es nicht verschmähen, hinzuweisen darauf, wie kurzmaschig gerade das praktische Leben der Gegenwart ist. Wir müssen schon diese zwei Tätigkeiten miteinander verbinden: auf der einen Seite das Positive der Dreigliederung hinstellen, und auf der anderen Seite die schärfsten Kritiker sein desjenigen, was heute so vielfach als Geistesströmungen existiert. Wir müssen diese Geistesströmungen kennenlernen und müssen scharfe Kritiker dieser Geistesströmungen werden. Denn nur dadurch, daß wir den Leuten wie im Spiegelbild vorhalten die Absurditäten, die heute existieren, nur dadurch werden wir vorwärtskommen, werden wir durchdringen können. Und das, was wir so auf diese Weise den Menschen beibringen, von dem müssen wir ihnen zu gleicher Zeit eine solche Vorstellung geben, daß sie empfinden, wie wir mit realen Begriffen arbeiten.

Sehen Sie, ein Mensch, der Stiefel produziert, ist ganz gewiß ein produktiver Mensch. Nach marxistischen Begriffen ist aber der ein ebenso produktiver Mensch, der, sagen wir, Schönheitspflästerchen fabriziert. Denn wenn man bloß von der Leistung körperlicher Arbeit ausgeht, so ist das ebenso eine körperliche Arbeit wie das andere. Es handelt sich darum, daß man den ganzen Prozeß ins Auge faßt und eine Vorstellung davon bekommt, wie sich das, was jemand leistet, in den Prozeß des sozialen Lebens hinein gestaltet. Die Menschen müssen eine Empfindung von diesen Dingen bekommen. Auf eine andere Weise geht es nicht vorwärts.