Unternehmer auch als Produzenten statt nur als Händler einbeziehen

Quelle: GA 338, S. 083-084, 4. Ausgabe 1986, 14.02.1921, Stuttgart

Es ist billig, dasjenige, was ich jetzt sage, zu bekämpfen. Denn die Leute brauchen nur zu sagen: die Gewerbe müssen zuerst da sein, und dann kann man handeln.

Darauf kommt es aber nicht an. Nehmen Sie selbst heute sehr entwickelte Industrien, so sind diese oft nicht über das Gebiet des Kommerziellen hinausgewachsen. Die Leute schaffen sich nur ihre eigenen Produkte für den Handel, den sie treiben. Wir sind durchaus noch nicht so weit, daß wir schon den Übergang gefunden hätten von der Urproduktion, die auf die Natur gebaut ist und durch den Handel, in das Gewerbe eingeschaltet ist, zu dem, daß nun das Gewerbe tonangebend wäre. Denn in dem Moment, wo das Gewerbe tonangebend ist, ist die Assoziation eine Notwendigkeit. Die Struktur, die das heutige Geschäftsleben hat, ist immer noch aus den Prinzipien des Handelslebens heraus bestimmt; auch die Industrie ist aus dem Prinzip des Handels heraus. Im Grunde genommen sind die Fabrikanten Händler, die sich nur die Gelegenheiten zum Handeln schaffen. Sie richten sich auch ihre industriellen Etablissements nach kommerziellen Gesichtspunkten ein; die sind das Maßgebende. Denn in dem Augenblick, wo das Gewerbliche hineingreift in das Kommerzielle, da ist die Assoziation eine Notwendigkeit.