Geistesleben von individuellen Fähigkeiten abhängig

Quelle: GA 196, S. 125, 1. Ausgabe 1966, 31.01.1920, Dornach

Das Geistesleben hat aus denselben Prinzipien heraus sich zu verwalten, aus denen es fortwährend geschöpft wird. Diejenigen Menschen, die dies oder jenes zu lehren haben, haben auch zu verwalten die Art und Weise, wie Lehrer angestellt, wie Schulen verwaltet werden. Das Geistesleben soll völlig frei auf sich selbst gestellt werden. Dadurch werden die individuellen menschlichen Fähigkeiten gerade auf dem Gebiet des Geisteslebens fortwährend aufgerufen. Dadurch wird fortwährend dasjenige, was auf dem Gebiet des Geisteslebens entschieden werden soll, abhängig gemacht von den Fähigkeiten der Menschen, von den Fähigkeiten derjenigen Menschen, die gerade in irgendeinem Zeitalter da sind. So soll es aber sein. Es sollen nicht diejenigen, die individuell zu diesem oder jenem fähig sind in irgendeinem Zeitalter, durch irgendwelche Staats- oder Parlamentsinstrumente verhindert werden können, ihre Fähigkeiten zur Geltung zu bringen. Dadurch wird das Geistesleben ganz und gar abhängig gemacht von dem Menschen.