Assoziation soll von den Produzenten ausgehen

Quelle: GA 332a, S. 048-049, 2. Ausgabe 1977, 25.10.1919, Zürich

Daß der moderne Produktionsprozeß durch seine technischen Vollkommenheiten die Initiative des einzelnen fordert, daher auch die Möglichkeit fordert, daß der einzelne über Kapital verfüge und den Produktionsprozeß aus seiner Initiative ausführen kann, das ist es, was die neuere Menschheitsentwickelung heraufgebracht hat. Und die Schäden, die mitgekommen sind - man erkennt ihren Ursprung aus ganz anderen Untergründen heraus. Will man diesen Ursprung erkennen, dann muß man sich vor allen Dingen statt auf den Boden des Genossenschaftsprinzipes, auch wenn man Großgenossenschaften meint, auf den Boden des Assoziationsprinzipes stellen.

Was heißt das, sich statt auf den Boden des Genossenschaftsprinzips auf den Boden des Assoziationsprinzips stellen? Das heißt das folgende: Wer sich auf den Boden des Genossenschaftsprinzips stellt, der behauptet, die Menschen brauchen sich nur zusammenzutun, aus ihrer Gemeinsamkeit heraus Beschlüsse zu fassen, dann können sie die Produktionsprozesse verwalten. Also man beschließt zuerst die Assoziierung der Menschen, die Zusammenschließung der Menschen, und dann will man produzieren von dem gemeinsamen Zusammenschluß, von der Gemeinschaft der Menschen aus. Die Idee vom dreigegliederten Organismus stellt sich auf den Boden der Wirklichkeit und sagt: Zuerst müssen da sein die Menschen, die produzieren können, die sachkundig und fachtüchtig sind. Von ihnen muß der Produktionsprozeß abhängen. Und diese sachkundigen und fachtüchtigen Menschen, die müssen sich nun zusammenschließen und das Wirtschaftsleben besorgen auf Grundlage jener Produktion, die aus der Initiative des einzelnen fließt. - Das ist das wirkliche Assoziationsprinzip. Da wird zuerst produziert und dann das Produzierte auf Grundlage des Zusammenschlusses der produzierenden Personen zum Konsum gebracht.