Neue soziale Gedanken [taz-Artikel]

19.10.2019

In diesem taz-Artikel beschreibt Wolfgang Müller sachlich und treffend die Absichten, die Rudolf Steiner mit seinem Ansatz einer sozialen Dreigliederung verfolgt hat.

Sylvain Coiplet

Steiner selbst war in die üblichen politischen Kategorien kaum einzuordnen. Zwar hatte er um 1900 jahrelang an der sozialistischen Arbeiterbildungsschule in Berlin unterrichtet. Dennoch kritisierte er die damals dominierenden marxistischen Konzepte, die auf einen Staatssozialismus hinausliefen, wie er dann 1917 mit der Russischen Revolution realisiert wurde. [...] Ungewöhnlich ist, wie scharf er zugleich die westlichen politischen Modelle angriff, die heute als siegreich gelten. Denn auch hier gehe die Zentralisierung viel zu weit. [...] Steiners Denken ging in die Gegenrichtung: Politik, Wirtschaft und Geistesleben sollten, statt ungut verfilzt zu sein, möglichst ihren eigenen, durchaus unterschiedlichen Prinzipien folgen. Er nannte es „soziale Dreigliederung“. Weiterlesen

Wolfgang Müller Neue soziale Gedanken

Veröffentlichung

taz am Wochenende, taz Thema Anthroposophie, 19.10.2019, S. 30