Erscheinungsjahr: 2023
Zusammenfassung
Der Text erörtert die soziale Dreigliederung Rudolf Steiners und hinterfragt deren Wissenschaftlichkeit und Anwendbarkeit heute. Steiner betonte die Dringlichkeit des Verständnisses für ein selbständiges Geistes-, Rechts- und Wirtschaftsleben. Der Autor argumentiert, dass Wissenschaft, einschliesslich Steiners Geisteswissenschaft, objektive Sachverhalte klären kann, aber keine normativen Vorgaben machen soll. Das „Verstehen“ der Dreigliederung bedeutet demnach nicht ein dogmatisches Festhalten an einer „ewigen Wahrheit“, sondern die Fähigkeit, sie flexibel auf aktuelle gesellschaftliche Verhältnisse anzuwenden und diskutierbar zu machen.
Zentral ist die Forderung, die Dreigliederung durch die Schaffung „erster Musterinstitutionen“ praktisch zu verwirklichen. Dies erfordere Versuch und Irrtum, da niemand die Dreigliederung so umfassend anwenden könne wie Steiner selbst. Praktische Beispiele überzeugen Menschen, wo Worte allein nicht ausreichen. Der Text fordert eine Analyse bestehender Institutionen in der Schweiz, wie die Freie Gemeinschaftsbank oder Waldorfschulen, um zu prüfen, inwieweit sie den Dreigliederungsgedanken umsetzen und wo Anpassungen nötig sind. Ziel sei eine wissenschaftliche Diskussion über die konkrete Anwendung der Dreigliederung im 21. Jahrhundert und die Identifizierung vielversprechender Ansätze.