Erscheinungsjahr: 2023
Zusammenfassung
In einem Interview mit Istvan Hunter spricht Lukas Hotz über „Steward Ownership“ (Verantwortungseigentum), eine Eigentumsstruktur, die Unternehmen ermöglicht, sinnorientiert statt rein geldorientiert zu agieren. Hotz zieht den Begriff „Steward Ownership“ vor, um Missverständnisse zu vermeiden, dass traditionelle Unternehmen keine Verantwortung übernehmen würden. Dieses Konzept wird in der Schweiz von der Purpose Stiftung und Purpose Schweiz GmbH gefördert, unterstützt vom Migros Pionierfonds.
Steward Ownership trennt Stimm- und Kapitalrechte auf Eigentumsebene und kann rechtlich auf verschiedene Weisen umgesetzt werden, wie das „Golden Share Modell“ der Purpose Stiftung, bei dem die Stiftung ein Vetorecht bei strukturellen Entscheidungen erhält. Überschüsse werden reinvestiert oder für höhere Löhne verwendet, anstatt unbegrenzt an Eigentümer ausgezahlt zu werden, was Spekulationen verhindert. Das Konzept zielt darauf ab, die Vorteile der privatkapitalistischen Marktwirtschaft mit denen gemeinnütziger Organisationen zu verbinden, um eine nachhaltige Wirtschaftsform zu schaffen.
Obwohl Rudolf Steiner oder die soziale Dreigliederung von Hotz nicht erwähnt werden, steht das Konzept des Verantwortungseigentums im Einklang mit Steiners Ideen einer funktionellen Gliederung der Gesellschaft, bei der das Wirtschaftsleben nicht primär der Kapitalvermehrung, sondern der Bedarfsdeckung dient und das Geistesleben frei ist, indem Unternehmen sinnorientiert und nicht nur gewinnorientiert handeln.