Lehrer brauchen Pendelverkehr zwischen Geistes- und Wirtschaftsleben

Quelle: GA 337a, S. 052, 1. Ausgabe 1999, 25.05.1919, Stuttgart

Dr. Fritz Elsas: Ich bin nicht dagegen, daß der geistige Organismus sich selbst verwaltet; ich sage nur, das wird länger dauern und ist nicht dringend.

Rudolf Steiner: Es ist deshalb dringend, weil wir die Notwendigkeit haben, eine Grundlage zu schaffen gerade für die Erziehung von geistigen Arbeitern, die wir mit unserem jetzigen staatlichen Geistesleben nicht hervorbringen. Das ist ja heute das Schreckliche, daß unser staatlich gestempeltes Geistesleben dem wirklich praktischen Leben ganz fern steht. Selbst an den Hochschulen werden die Leute so ausgebildet - sie werden nicht praktisch, sondern nur theoretisch ausgebildet -, daß sie nicht im Leben drinstehen. Nicht wahr, ich denke mir zum Beispiel dieses Schulwesen in der Zukunft so, daß der Praktiker, der in der Fabrik, im Betrieb steht, sich besonders eignen wird als Lehrer, und eventuell, so denke ich, diese [Lehrer] fortwährend im Wechsel [zwischen Schule und Betrieb].