Delegation und kollegiale Führung – Am Beispiel der Selbstverwaltung der Waldorfschulen

01.02.1999

„Das versteckte Motiv für den Hang zur Einstimmigkeitsforderung ist meist dies: Wenn ich Einstimmigkeit habe, dann habe ich ein absolutes Vetorecht, das heißt, ich bin die letzte Instanz für alles. Das ist im Grunde ein verdeckter Machtanspruch. Dagegen müssen wir uns zum Individualitätsprinzip bekennen. Über die allgemeinen Gesichtspunkte, die wir als Schule für ein bestimmtes Tätigkeitsfeld haben, müssen wir reden können. Aber wenn eine Aufgabe übertragen ist, dann muss sie im Regelfall bis zu Ende geführt werden können, in Eigenverantwortung der Mandatsträger. – Und wenn ich der Auffassung bin, der Betreffende sei für die Aufgabe nicht geeignet, dann muss ich das rechtzeitig sagen.“

Udo Herrmannstorfer