Vollgeld

Definition

Vollgeld ist die Abkürzung für vollgültiges gesetzliches Zahlungsmittel. Gemeint ist die Vorstellung, dass die Geldschöpfung allein den staatlichen Zentralbanken und die Gewinne aus der Geldschöpfung allein den staatlichen Staatshaushalten zustehen.

Vollgeldkonzepte

Sowohl Irving Fischer wie Milton Friedman waren überzeugt, dass die Kreditvergabe von Privatbanken durch Bargeldreserven und damit Zentralbankgeld gedeckt werden sollte. Erst Rolf Gocht und Joseph Huber vertreten die Ansicht, dass alles Geld von den Zentralbanken ausgegeben werden sollte. Ähnlich dazu schlägt Richard Andreas Werner eine Kontrolle der Kreditmenge und der Kreditverwendung durch die Zentralbanken vor.

Neben der Absicht, Wirtschaftskrisen zu vermeiden, spielt die Absicht, die Staatsschulden zu verringern, bei der heutigen Diskussion um ein Vollgeld-System eine nicht unerhebliche Rolle.

Vollgeld und soziale Dreigliederung

Die Anhänger des Vollgelds bleiben dem Glauben verhaftet, dass der Staat das Geld verwalten sollte und wollen bloss dafür sorgen, dass es nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis vom Staat verwaltet wird.

Gewinne aus der Geldschöpfung sind aber nicht erst ein Problem, wenn sie den Privatbanken zukommen. Sie sind auch dann Diebstahl, wenn sie in die Staatskasse landen. Ein wirklich vollgültiges Geld, ein echtes Vollgeld, wäre ein vollwirtschaftliches Geld, welches keine Gewinne abwirft, sondern allein die wirtschaftliche Realität abbildet.

Dann könnte aber ein solches Geld kein gesetzliches Zahlungsmittel sein. Gesetzliche Zahlungsmittel sind nämlich Täuschungsmittel und damit Nährboden nicht nur für Inflation, sondern auch für die Spekulationen der Finanzwirtschaft.

Der Staat kann das Geld nicht verwalten, auch dann, wenn er es mit der besten Absicht versuchen würde - und nicht mit der Absicht, seine Schulden los zu werden. Der Staat kann nicht bestimmen, wie gross die Kreditmenge sein sollte und noch weniger wem Kredit vergeben werden sollte. Es liegt einfach ausserhalb der Grenzen seiner Wirksamkeit.

Die Geldfrage ist die Frage eines selbstverwalteten, assoziativen Wirtschaftslebens.