Grundsätzliches
Zum Grundsaetzlichen der Schoenen
Schule sind zunaechst zwei Papiere hervorzuheben:
·
Fuchs/Litvinova: Beautiful Schools
International - A Russian Initiative. Dies
Papier gibt es leider nur auf Englisch.
·
Kiersch: Das
Leistungsprofil der Schoenen Schule, ein Thesenpapier, das deutsch, englisch
und russisch vorliegt.
Sie sind auf dieser Internetseite zu finden.
Das Wesentliche wird hier in
wenigen Worten
versucht
Schoenheit ist kein schon
bekanntes, definiertes Ziel. Schoenheit ist ein Leitstern, der Orientierung
gibt, aber letztlich unerreichbar bleibt. Schoenheit kommt durch einen
kuenstlerischen Prozess des Gestaltens zustande. Dass ein kuenstlerischer
Gestaltungsprozess zustande kommt, das ist das Entscheidende, denn ein jedes
Kunstwerk ist immer neu (oder man hat es mit einer Manier oder Kopie zu tun). So
soll Schönheit das Mittel werden, durch das Neues in Schule und Pädagogik
Einzug halten kann. Je mehr man Erfinder wird, Neues in die Welt bringt, desto
individueller wird man.
Dies gilt mit nichten nur
fuer die aeussere Gestaltung einer Schule, sondern auf allen Feldern, die mit
Schule-Halten zu tun haben - siehe das oben erwaehnte Papier von Johannes
Kiersch. Auch beschränkt sich das alles natürlich nicht nur auf die Schule.
Ich kann Ihnen z.B. auch ein Papier mit dem Titel Kunst und Aesthetik als Kategorie der Unternehmensfuehrung zur
Verfuegung stellen, aus dem deutlich wird, wie es insbesondere im sozialen
Bereich immer wieder auf neue Einsichten, neue Wege und neue Loesungen ankommt,
die immer nur in kuenstlerischen Prozessen gefunden werden koennen.
In den 4 Hauptprojekten der
Etappe 6 sollen unterschiedliche Wege gesucht werden, solche kuenstlerischen
Prozesse darstellbar zu machen, und zu zeigen, wie Schulen zu einer
unverwechselbaren individuellen Gestalt, einem individuellen Gesicht finden
koennen.
Es kommt also nicht darauf
an, einem vorgegebenen Programm gerecht zu werden, sich bestimmten Gegebenheiten
anzupassen, sondern es geht vielmehr darum, sein eigenes Programm in einem
eigenen sozialen Prozess selbst zu erfinden.
Auf die Wichtigkeit solcher
sozialen Prozesse habe ich ja auch schon durch die Anlage B
"Netzwerkarbeit" versucht hinzuweisen. Auf fruchtbare Gespraeche in
diesem Sinne hoffe ich, wenn ich manche von Ihnen in den naechsten Wochen
besuche.
Vielleicht koennen wir das
erreichen, was der beruehmte deutsche Dichter Novalis einen "aechten Klubb"
nennt (41. Fragment):
Ein aechter Klubb ist eine Mischung von Institut und Gesellschaft -
Er hat einen Zweck, wie das
Institut -
aber keinen bestimmten, sondern einen Unbestimmten - Freyen - Humanitaet
ueberhaupt.
Aller Zweck ist ernsthaft - die Gesellschaft ist durchaus froelich.
Und vielleicht finden wir
Zeit, ueber einen solchen Ausspruch noch etwas nachzudenken.
Von unseren bisherigen Erwägungen
und Erfahrungen ausgehend schlage ich folgende Kriterien vor, die aber
natuerlich in den einzelnen Kontrakten Differenzierungen erfahren muessen:
·
Was macht das Individuelle der
Schule aus, um die es geht?
·
Wie dynamisch sind die
Veraenderungsprozesse?
·
Wie fruchtbar gestaltet sich das
Zusammenwirken von Lehrern, Schuelern und Eltern?
·
Welche aesthetischen Qualitaeten
lassen sich in der Gestaltung der Gebaeude, der Raeume und Aussenanlagen finden?
·
Welche weiteren schoepferischen
Aktivitaeten und Initiativen werden gepflegt?
·
Welche Wege beschreitet die Schule
in ihren Beziehungen zum naeheren und weiteren Umfeld?
Kontrakte, die fuenf wichtigsten Punkte
Bei einem Entwurf, den ich kuerzlich zugeschickt bekam, wurde mir deutlich, dass das Wichtigste in jedem Kontrakt die folgenden 5 Punkte sind:
1. Jedem Vertrag liegt ein von der Schule vorgeschlagenes Projekt, das an aesthetisch/kuenstlerischen Kategorien ausgerichtet ist, zugrunde.
2. Der "kritische Freund", hier die Universitaet, ist dafüer verantwortlich, dass das von der Schule vorgeschlagene Projekt nach einer gewissen Zeit, hier im Herbst dieses Jahres, auch evaluiert werden kann, ueberhaupt evaluierbar ist.
3. Ziel der Vertraege/Kontrakte ist es, Entwicklungsprozesse, die dem Ideal der Schoenheit folgen, sichtbar zu machen.
4. Die Preise des Wettbewerbs werden den Schulen verliehen, denen es am besten gelungen ist, einen Entwicklungsprozess an Hand eines bestimmten Projektes sichtbar zu machen - für das Gelingen, aber auch das Nichtgelingen des Projekts, wenn ein Entwicklungsprozess daran sichtbar wird.
5. Die Kontrakte sollten neben dem Hauptprojekt auch ein Projekt zur aeusseren Verschoenerung der Schule beinhalten.
Gibt es einen Fortschritt, und kann man ihn sichtbar machen, das ist die Hauptfrage, die den Kontrakten zugrundeliegen muss. Einfache, ueberschaubare Projekte sind leichter zu evaluieren als unueberschaubare grosse Projekte; kleinere ueberschaubare Projekte haben deshalb die groessere Chance, einen Preis zu bekommen.
Auch moechte ich noch einmal an die 4 ersten Punkte aus meinem Papier "An English Comment on the Paper 'Contracta' " erinnern:
· Die Begriffe "Kritische Freunde" oder "Peer Review" bedeuten, dass es nicht um Hierarchie oder eine Kontrolle von aussen geht, sondern darum, dass jemand bei der Evaluation dessen, was versucht wurde zu erreichen, hilft, der den Vorteil hat, von aussen auf die Sache zu blicken, aber als Freund der Einrichtung (Schule) nahesteht.
· Es ist wichtig, Kontrakte zu schliessen --- schriftlich, --- fuer eine begrenzte Zeit, --- fuer eine bestimmte Anzahl von Projekten, --- fuer deutlich spezifizierte Projekte.
· Die Schulen selbst sind die Initiativtraeger und die Eigner der Prozesse.
·
Der oder die "Kritischen Freunde" muessen absolut
unabhaengig sein, nicht weisungsgebunden irgend jemandem gegenueber.![]()