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People Have The Power

Über Selbstverwaltung durch Runde Tische in Kultur, Recht und Wirtschaft

Dialog-Drehbuch als Lesetext

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Das Drehbuch des Dokumentar-Films "People Have The Power" kann kostenlos heruntergeladen werden. Er liegt außer in Deutsch auch in Englisch vor. Eine französische Übersetzung ist in Vorbereitung.

Kapitel-Länge / Inhaltsübersicht

08 Min. 15 Sek.

1. Allgemeine Einleitung 							
über die dreifache Innenwelt und Umwelt des Menschen

11 Min.

2. Wirtschaft - Jeder gegen jeden? (Ideal der "Solidarität")
2.1 Einleitung über "die unsichtbare Hand" des Marktes
2.2 Beispiel für Runde Tische bei Demeter
2.3 über Arbeitslosigkeit und zweckgebundenes Einkommen

15 Min.09 Sek. 3.1

3. Recht (Ideal der "Gleichheit")				
Einleitung über repräsentative Demokratie
3.2 über direkte Demokratie am Bsp. 3-stufiger Volksentscheid
3.3 Bodenreform durch Nutzungseigentum, Scheinwerte
3.4 Kann Geld arbeiten? (über "natürlich alterndes Geld")
3.5 Geldschöpfung am Beispiel der Tauschringe (auch für Krisengebiete)
3.6 Steuer- und Sozialreform (Verbrauch statt Arbeit besteuern)
3.7 Grundeinkommen und Arbeitswille

10 Min. 18 Sek.

4. Kultur - Freiheit im Geistesleben (Ideal der "Freiheit")
4.1 Einleitung, Missbrauch und Grundrechte
4.2 Nationalismus - Freiheit des Einzelnen oder Freiheit der
	Völker?
4.3 Bildungsgutscheine (zur Finanzierung)
4.4 Runde Tische der Beteiligten (zur Organisation)

05 Min. 12 Sek.

5. Allgemeines Resümée				
über die dreifache Innenwelt und Umwelt des Menschen

02 Min. 40 Sek.

Nachspann (Mitarbeiter-, Quellen-, Zitathinweise)		

===========

Filmlänge insgesamt							53 Minuten 
(1. Allgemeine Einleitung)

TEXTTAFEL: Agentur für Alternativen zeigt den Pilotfilm
TEXTTAFEL: People Have The Power

Über Selbstverwaltung der Beteiligten durch Runde Tische in Kultur,
Recht und Wirtschaft

TEXTTAFEL: "Nichts ist drinnen, nichts ist draußen: Denn was
innen, das ist außen." J. W. Goethe

TEXTTAFEL: Joseph Beuys 1985 Amateurkamera Beuys : Johann Wolfgang
Goethe war schon klar, daß das gar nicht geht, daß die Seele
des Menschen nicht zu trennen ist von allen anderen Seelen. Das
heißt er wußte, daß der Mensch sich in sich selbst gar
nicht mehr erkennen kann. In der Zeit in der er lebt, war ihm das schon
klar. Ihm war klar, daß der Mensch sich nur im anderen erkennen
kann. Nicht nur im anderen, das heißt im sozialen Bezug - BILD +
TEXTTAFEL: Pflanzen des "Höhere Vernunft-Baumes" Joseph Beuys,
Documenta '85 oder im Liebesbezug. - Sondern auch in diesem Liebesbezug
zu allen anderen Gegebenheiten der Welt: Zu den Mineralien, zu den
Pflanzen, zu den Sternen, zu den Tieren, zu der Natur. Daß der
Mensch, wenn er sich in diese Natur hineinversenkt, daß er dann
sich selbst sieht.

Sprecher/in: Was heißt eigentlich Gesellschaft ? - Und wie kann
Gesellschaft gesund funktionieren ? - Die soziale Frage wurde
spätestens seit der Antike immer wieder gestellt. - Bis heute ist
sie wohl nicht gelöst. Neben etlichen Errungenschaften z.B. durch
Naturwissenschaft und Technik bestimmen viele Probleme weltweit
zunehmend unseren Alltag: Arbeitslosigkeit, steigende Wohnpreise, Armut,
Kriminalität, Umweltzerstörung, Politikverdrossenheit, Ideen-
und Ziellosigkeit bis hin zu Krieg.

TEXTTAFEL: Prof. Dr. Margrit / Autorin / Universität Hannover
Kennedy : Es wird doch alles nur noch weggeworfen, ist doch ein
Aberwitz, was wir da betreiben. Das ist ein völliger Schwachsinn. -
Und wir müssen lernen zusammenzuarbeiten weltweit als Menschheit,
wie die Zellen unseres Körpers zusammenarbeiten. Man muß sich
mal vorstellen, wenn (wir) nur eine Minute (so -) unser Körper sich
so benehmen würde, wie wir uns miteinander im Wirtschaftsleben
benehmen, wäre das das Ende unseres Körpers sozusagen. Und ich
denke wir sind auf diesem Weg.

TEXTTAFEL: Uwe Urbschat ehem. Geschäftsführer für
Vertrieb AVV-Demeter Urbschat : Ganz allmählich entwickelt sich
dieses Klima der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung und es fehlt im
Grunde genommen aber noch so der zündende Funke, wie könnte
man es denn machen, daß das Kapital dann nicht abwandert, - wenn
man hier z.B. jetzt einfach Vereinbarungen trifft auf gesellschaftlicher
Ebene, die einfach der Umwelt und sagen wir mal der Gesellschaft
gerechter wird, daß man Arbeit gerechter verteilt und
ähnliches, daß das Kapital nicht abwandert u.ä.. Und da
fehlt der zündende Funke und ich denke da hat man mit der
Gestaltungsidee der Dreigliederung des sozialen Organismus einen
Schlüssel in der Hand.

Sprecher/in: In diesem Film wird die "Soziale Dreigliederung"
vorgestellt. Sie sieht den Menschen als Verständnisschlüssel
für die Gesellschaft und ihre komplexen Probleme. -

Schöck: Was ist denn Dreigliederung - noch?

TEXTTAFEL: Dr. Heinz-Hartmut Vogel / ehem. Mediz. Leiter Wala-Heilmittel
GmbH / Bad Boll

Vogel: Ja nun, das ist das Modell des Menschen. Er hat geistige, er hat
rechtlich-menschliche, also rechtliche Bedürfnisse,
seelische-rechtliche Verhältnisse, Bedürfnisse - und er hat
ökonomische Bedürfnisse von der leiblichen Struktur; - Leib,
Seele, Geist. Die Dreigliederung, die soziale Dreigliederung ist
eigentlich ein Spiegelbild, wie ein umgekehrter Handschuh. Das was wir
in uns tragen an Urbedürfnissen projeziert sich in die soziale
Ordnung.

TEXTTAFEL: Joseph Beuys 1985, Amateurkopie Beuys: Der Mensch ist also
aufgerufen seine dreigliedrige schöpferische Gestalt, die im
Denken, in seiner Gefühlswelt - in seiner Empfindungswelt, und in
seiner Willenskreativität, - TEXTTAFEL: Denken - Fühlen -
Wollen - die muß er insofern auffinden, als er sie entdecken
muß in seinem sozialen Ganzen.

Sprecher/in : Wenn man fragt, wie "der Mensch" oder wie wir selbst in
der Welt stehen, so kann man sagen: 1. wirtschaftlich als Konsument oder
Produzent, 2. rechtlich-politisch in allen Arten von Abmachungen, in
Verträgen, als Parteiwähler oder als
Straßenverkehrsteilnehmer - und 3. kulturell mit der eigenen
Muttersprache, Weltanschauung, Religion und Meinung. TEXTTAFEL:
Wirtschaft - Recht - Kultur

TEXTTAFEL: Siegfried Woitinas / Geschäftsführer Forum3 Jugend-
& Kulturzentrum / Stuttgart Woitinas: - Auch in einem Betrieb haben
wir hier sozusagen die Produktionsebene, und wir haben auch in einem
Betrieb die Verwaltungsebene, und wir haben in einem Betrieb auch je
nach dem, was produziert wird, die Kulturebene, insofern dort
Produktentwicklung gemacht wird, Forschung. Also diese Vermischung, die
kann sich heute kein Großbetrieb mehr leisten. Aber wir leisten es
uns heute in der Gesamtgesellschaft, einem viel komplexeren System. Und
insofern muß man sagen, es besteht eine dringende Notwendigkeit,
einer Aufgliederung unserer gesellschaftlichen Organisation und
Verwaltung. - Und das heißt, Aufgliederung in drei ganz elementare
Verwaltungsbereiche, in drei ganz unterschiedliche soziale Gebiete, die
in der Wirklichkeit unendlich kompliziert zusammenhängen. -

TEXTTAFEL: Dr. Friedrich Glasl / Unternehmensberater / Salzburg Glasl:
Und für mich ist das große Drama unserer Jahre jetzt, unserer
Zeit durch den Zerfall der Sowjetunion, Zerfall dieser Föderation
Jugoslawien und anderer ist, daß genau da so ein Urproblem
auftritt, - nämlich daß man meint diese drei Bereiche, -
müßten von einem zentralisierten politischen Gebilde her im
Griff gehalten werden, gesteuert werden, bestimmt werden.

Sprecher/in: Viele der Referenten dieses Films versuchen den Ansatz der
"Sozialen Dreigliederung" in ihrer Arbeit und in Projekten
auszugestalten. Ihre Erfahrungen und Gedanken werden hier vorgestellt. -
Dabei werden zu vielen gesellschaftlichen Problembereichen Alternativen
vorgeschlagen - Die öffentliche Debatte soll hiermit
herausgefordert werden. -

im BILD: die übrigen Interviewpartner dieses Films:

Manfred Kannenberg / Dipl. Volkswirt, Buchhändler / Berlin
Kannenberg: - Das ist ein Fluch, das sind Gefangene des Systems! -

Ingo Krampen / Notar / Europ. Forum für Freiheit im Bildungswesen /
Bochum Krampen: - da wo Eltern und Lehrer das nicht selbst können -

Gerald Häfner / ehem. Bundesparlamentarier und Vorsitz Bündnis
90 Die Grünen Bayern / München Häfner: - weil er
gestalterische Kräfte hat -

Heidjer Reetz / Alternative Wohnprojekte / Hamburg, Schneverdingen
Reetz: - das Kapital wird ja immer im Machtkampf verschlissen -

Dr. soz. Lex Bos / Unternehmensberater / NL-Zeist Bos: - man braucht nur
zu befreien, zu gliedern -

Brigitte Krenkers / Mehr Demokratie gem. e.V. / München Krenkers: -
daß wir alle informiert werden und darüber auch
mitentscheiden können -

Thomas Mayer / Geschäftsführer Mehr Demokratie / München
Mayer: - die Diskussionsfähigkeit innerhalb einer Gesellschaft -

TEXTTAFEL: Dr. Konrad Schily / ehem. Präsident Freie
Universität Witten-Herdecke Schily: - ständig über neue
Weltentwürfe nachdenken, das ist natürlich beängstigend.
-

TEXTTAFEL: Prof. Dr. Hans Christoph Binswanger ehemals Universität
St. Gallen Binswanger: - Es ist sozusagen ein mitentscheidung-,
mitsprachereguliertes System, viel weniger als geldreguliert. -

TEXTTAFEL: Dr. Wolfgang Ullmann / Europa-, Bundestagsabgeordneter
Bündnis 90 Die Grünen / Berlin Ullmann: - daß unsere
repräsentative Parteiendemokratie an einem riesigen Mangel an
Repräsentation krankt -

TEXTTAFEL: Dr. Christoph Strawe / Institut für soziale
Gegenwartsfragen / Stuttgart Strawe: - und daß es darum geht, die
gesellschaftliche Struktur so neu zur ordnen, daß sie offen wird
für die Initiative des Einzelnen. -

TEXTTAFEL: Zu den 3 Bereichen folgen 3 Kapitel: I.	Wirtschaft
II.	Recht III. 	Kultur

Animation + TEXTTAFEL: Runde Tische der Beteiligten

in

Kultur

Wirtschaft					Recht (2. Wirtschaft, 2.1 Einleitung)
TEXTTAFEL: Wirtschaft

Jeder gegen jeden ?

TEXTTAFEL: Berlin Alexanderplatz Punk: Ein gesellschaftliches Problem
ist die Gliederung der Bevölkerung in drei Stufen - Oberklasse,
Mittelklasse und Unterklasse, wa, daß die Unteren langsam aus dem
Stadtbild verdrängt werden, egal wie sie aussehen, egal woher wir
kommen und so, obwohl alle gleich sind. Das hat was mit dem Egoismus zu,
daß die Reichen eben reich sind und die denken das sind alles arme
Säcke und wissen gar nicht, wie das zustande kommt.

TEXTTAFEL: Berlin Bahnhof Zoo Passant: Das ist wie arm und reich, die
Schere geht eben immer weiter auseinander und wer heute eben nicht ein
bischen hat, der wird eben immer ärmer ja. -

Sprecher/in : Das ist wohl ein Gesetz des Marktes: Fressen und gefressen
werden. - Die freie Marktwirtschaft brachte uns neben Wohlstand,
technischen Fortschritt und steigender Produktivität auch Armut,
Arbeitslosigkeit und Umweltzerstörung. - Das Konkurrenzprinzip, der
Kampf jeder gegen jeden scheint heute selbsterständlich und wird
nur selten hinterfragt.

TEXTTAFEL: Uwe Urbschat ehem. Geschäftsführer für
Vertrieb AVV-Demeter Urbschat : Das heißt jeder einzelne
Unternehmer rechnet im Grund genommen mit seiner eigenen
betriebswirtschaftlichen Bilanz und verliert den Blick irgendwo für
das Ganze. - Und jetzt passsiert das wunderbare nach Adam Smith, wenn
jeder so egoistisch wie möglich ist, so viel wie möglich an
sich selber denkt, dann wird dieses diffuse, bewußtseinsdunkle
Geschehen ergriffen und plötzlich umgewandelt durch eine
unsichtbare Hand, "the invisible hand" ergreift, der Markt ergreift das
Geschehen und schafft eben aus Egoismus des Einzelnen, jedes Einzelnen
Wohlfahrt für alle; und dieses System ist heute im Grund genommen
gängige Praxis.

Sprecher/in: Und kann sogar ganze Länder ruinieren.

Börsen-Szene mit TEXTTAFEL: Original-Ton:"Die Seele des Geldes"
Amateurkopie, NDR 1997 - Als auch hier die Schulden zu hoch werden,
sperren die Banken den Kredit. Das Kartell ist bankrott. Der Zinnpreis
fällt über nacht auf die Hälfte. Only Cash!, - Die
Börse stellt den Zinnhandel ein, Bolivien ist am Ende. TEXTTAFEL:
Börsen-Crash, Bolivien 1987

TEXTTAFEL: Siegfried Woitinas / Geschäftsführer Forum3 Jugend-
& Kulturzentrum / Stuttgart Woitinas Hier in diesem Gebiete der
Ermittlung der wirtschaftlichen Möglichkeiten und des
wirtschaftlichen Bedarfs darf es sich eigentlich nicht handeln um
irgendwelche Machtkämpfe. - - Denn um im Interesse der Menschen
wirklich zu produzieren, nach dem Prinzip, mit möglichst wenig
Aufwand, möglichst wenig Materie, möglichst viel Gewinn,
möglichst viel Ertrag zu erzielen - das ist das Prinzip der
Ökonomie, ist jede Art der Konkurrenz, des Kampfes, unsinnig, ist
volkswirtschaftlich schädlich.

Sprecher/in: - Jeder glaubt er arbeitet für sich selber, aber
objektiv betrachtet fließen die Produkte immer zu den anderen -
"weltweit". - So gesehen ist die Arbeitsteilung solidarische,
gegenseitige Hilfeleistung. Deshalb wird hier vorgeschlagen, daß
die jeweils betroffenen - TEXTTAFEL: Kunden + Händler + Hersteller
- Kunden, selbständigen Händler und Hersteller nicht
gegeneinander, sondern miteinander ihre Interessen ausgleichen, -
TEXTTAFEL: Runde Tische in der Wirtschaft: Kunden + Händler +
Hersteller - durch Verhandlungen, Gespräche, Austausch. - Geistiges
Auskämpfen ermöglicht so gemeinsames Handeln.

TEXTTAFEL: Dr. Friedrich Glasl / alternativer Unternehmensberater /
Salzburg Glasl: Aber der Grundgedanke ist eben dieses
Näherrücken und das miteinander tragen einer
durchgängigen umfassenden Verantwortung - unter Beibehalt der
Unternehmens-selbstständigkeit und -verantwortung. - Ohne jetzt
verschmolzen zu werden in einem großen Konzerngebilde. -

Schöck: Und das wäre keine Planwirtschaft?

TEXTTAFEL: Heidjer Reetz / Alternative Wohnprojekte / Hamburg,
Schneverdingen Reetz: Im staatlichen Sinne wäre es keine. Das
wäre eine Selbstorganisation der Wirtschaft. Das muß man also
deutlich unterscheiden.

(2.2 Runde Tische am Beispiel Demeter) Sprecher/in : Ein praktisches
Beispiel für "Runde Tische" in der Wirtschaft zeigt der
Unternehmemsverbund "DEMETER".

TEXTTAFEL: Uwe Urbschat ehem. Geschäftsführer für
Vertrieb AVV-Demeter Urbschat: - Ich nehme mal ein Beispiel, was
regelmäßig stattfindet, - -
Demeter-Getreidemarktgespräche. Da sitzen Vertreter der
biologisch-dynamischen Erzeuger, es sitzen Vertreter der
Demeter-Müller, der Bäcker, es sitzen Verbraucher. - Und die
schauen sich mindestens einmal im Jahr die Situation an, in der Regel
vor der Getreideernte, wie sind die Qualitäten, wie sind die
Mengen, wie sind die Preise, wie sind die Wettbewerbsverhältnisse
natürlich. Man kann sich nicht vollkommen abgekoppelt von den
Wettbewerbsverhältnissen natürlich auch bewegen, und versucht
jetzt einfach aus diesem Gesamtbild heraus sozusagen der Praktiker, -
TEXTTAFEL: Kunden + Händler + Hersteller - konkrete
Handlungsaspekte zu entwickeln. Und diese Aktivität des "Runden
Tisches" versuchen wir auch länderübergreifend in zunehmendem
Maße einzurichten, so daß Durchblick entsteht zwischen
einerseits dem Nachfrager und andererseits dem was anbietet, daß
da also in diese üblicherweise bewußtseinsdunklen
Geschäfte allmählich wirklich ein konkretes Licht der
Praktiker hineinfällt. TEXTTAFEL: Runde Tische der Beteiligten
Sprecher/in : Das Entscheidende ist hier, daß auch die Kunden mit
verschiedenen Händlern und Herstellern an einen Runden Tisch
sitzen. Damit würde der Arbeitskampf zwischen Arbeitnehmer und
Arbeitgeber  ergänzt werden. Nach dieser Idee können nur mit
den Kunden zusammen, sinnvolle Produktionsziele erarbeitet werden. -

(2.3 über Arbeitslosigkeit und zweckgebundenes Einkommen)

Grafikanimation + diverse Sprecher: Sprecher1: 		Hassemalnemark
Sprecher1: 		Wie wärs denn mit arbeiten ?! Sprecher2:
		Sie ham Arbeit für mich? 3-5 Stimmen: 	Arbeit? Arbeit?
Sprecher1: 		Chef! Wartense! Stimme3: 		He! Hier! Arbeit!
3-5 Sprecher:	Arbeit! Arbeit !

TEXTTAFEL: aus "Motz" © Tom

TEXTTAFEL: Uwe Urbschat ehem. Geschäftsführer für
Vertrieb AVV-Demeter Urbschat Es geht nicht um Arbeit in dem Fall,
sondern es geht vor allem um Einkommen. Arbeit gibt es im Grunde in
Hülle und Fülle, - im sozialen Bereich, in der Landwirtschaft,
ja.

TEXTTAFEL: Dr. Christoph Strawe / Institut für soziale
Gegenwartsfragen / Stuttgart Strawe: Also letztlich ist die Ursache der
Arbeitslosigkeit die Tatsache, daß wir eben mit immer weniger
Menschen immer mehr produzieren können. - Ergebnis der Anwendung
von geistiger Energie auf den Arbeitsprozeß. Erfindungen,
Rationalisierungen und so weiter. Also es sind eigentlich alle
Einkommensarten beteiligt an den Vorteilen, die aus dem
Produktivitätsfortschritt entstehen, und so wäre es vollkommen
naheliegend, eben auch alle Einkunftsarten an der Finanzierung der
Kosten der Arbeitslosigkeit zu beteiligen. Man überlege nur, was
das bedeuten würde: ein Prozentpunkt bei den Zinsen, zweckgebunden
für die Abgeltung der Kosten der Arbeitslosigkeit. Und man
könnte über diesen Weg und über eine Reihe anderer Wege
tatsächlich dafür sorgen, daß die Einkommen der
Arbeitslosen jederzeit hundertprozentig zur Verfügung stehen. O.k.,
das würde natürlich eine zu große Verführung sein,
wenn man das zu 100 Prozent dem Einzelnen auszahlt, dann würden
sich vielleicht wirklich manche auf die faule Haut legen, sondern das
kann nur ein gewisser Prozentsatz sein, den man direkt auszahlt als
Individualeinkommen. - TEXTTAFEL: Individualeinkommen, Grundeinkommen -
Aber den Rest, den müßte man nicht in einem anonymen Topf
verschwinden lassen, sondern den könnte man als zweckgebundenes
Einkommen zur Verfügung stellen, dem einzelnen Arbeitslosen damit
er z.B. seine eigene Aus- und Weiterbildung finanzieren. kann. Er
könnte auch unmittelbar seine eigene Arbeitsförderung damit
finanzieren. Zehn Arbeitslose tun sich zusammen - Und man könnte
auch zum dritten mit diesem zweckgebundenen Einkommensanteil irgendwo
hingehen zu einer Non-profit-Organisation und sagen, ich arbeite bei
euch, mein Einkommen bringe ich mit: Kultureinrichtung,
Umweltschutzverband, ein Altenheim, eine Sozialberatungsstelle, eine
Drogenberatungstelle usw.. Es gibt ja unendlich viele Aufgaben, die
heute eben nicht bezahlbar sind, die aber sehr wohl notwendig ergriffen
werden müssen im sozialen Organismus.

TEXTTAFEL: Uwe Urbschat ehem. Geschäftsführer für
Vertrieb AVV-Demeter Urbschat : Das ist doch toll, wir haben es
geschafft bestimmte Arbeiten so zu rationalisieren, daß wir mit
weniger Arbeit auskommen, d.h. wir können es uns leisten über
das restliche Zeitkontingent Überlegungen anzustellen, was machen
wir damit. Da fällt den meisten dann nichts ein und dann entstehen
riesige Freizeitpavillions und Freizeitparks, wo die Leute dann wieder
abkonsumiert werden, aber ich denke wir tun gut daran, nicht mehr zu
unterscheiden ausschließlich zwischen Arbeitszeit und Freizeit, -
BILD + TEXTTAFEL: Allein der Markt regiert - sondern wir brauchen im
Grund genommen wirklich kultiviert auch ein Drittes, nämlich
sogenannte Sozialzeit, wo wir uns in den Betrieben,
überbetrieblich, über die Betriebe hinaus Gedanken machen,
zusammen arbeiten, wie wir im Grund genommen unsere Arbeit, unsere
Gesellschaft und letztlich auch unseren Planeten gemeinsam verwalten und
gestalten wollen.

Animation + TEXTTAFEL: Runde Tische der Beteiligten

in

Kultur

Wirtschaft					Recht (3. Recht, 3.1 Einleitung)
TEXTTAFEL: RECHT

Gebäude + TEXTTAFEL: "Die Staatsgewalt geht vom Volke aus"

TEXTTAFEL: "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich." Grundgesetz
Art. 3 Absatz 1

TEXTTAFEL: Infostand von Mehr Demokratie e.V. Quelle: "Demokratie, das
bin ich", WDR 1992 Bürger: Hintenrum die Wirtschaftsbosse, die
Rüstungsbosse: Also wir müssen unbedingt, und so weiter, und
so fort. Das Geld sollen sie doch lieber nehmen für die
Pflegeversicherung und den Armen geben. Was meinen Sie was am ersten
Januar los ist, wenn die Mieten erhöht werden, wieviele Obdachlose
es gibt in Deutschland. Die Kasernen stehen frei, anstatt zu sagen,
liebe Leute geht doch ran, baut euch doch die Wohnungen aus, ja? Wir
stellen euch das Material zur Verfügung - nein das wird einfach
nicht gemacht, nur weil sie hier oben.

TEXTTAFEL: Die Parteien haben sich den Staat zur Beute gemacht. Richard
von Weizsäcker

Mann auf der Straße: Naja, werden wir mal sehen, ist ja
Pressefreiheit

Krenkers: Ja, Ja !

Schöck: Welche Schwächen hat unsere Art von Demokratie?

TEXTTAFEL: Dr. Wolfgang Ullmann / Europa-, Bundestagsabgeordneter /
Berlin Ullmann Daß unsere repräsentative Parteiendemokratie
an einem riesigen Mangel an Repräsentation krankt. -
Größere Teile, man sehe nur das gewaltige Potential der
Nichtwähler empfinden sich nicht mehr repräsentiert - und das
hängt damit zusammen, daß die Parteien nicht die politische
Willensbildung im Ganzen repräsentieren, sondern nur noch die
politische Willensbildung in der Herrschafts- und Machtssphäre.

Bild + TEXTTAFEL: Wahlen

(3.2 direkte Demokratie am Bsp. 3-stufige Volksgesetzgebung)
Sprecher/in: Wenn es sein kann, daß die Regierung ihre Bürger
nicht mehr vertritt, dann sollte man Instrumente schaffen, die mehr
Bürgerbeteiligung ermöglichen. Eine Möglichkeit zu einer
direkteren Demokratie ist die Volksabstimmung.

TEXTTAFEL: Brigitte Krenkers / Mehr Demokratie e.V. / München

Krenkers : Egal, wer jetzt eine Umfrage zu dieser Frage in Auftrag gibt,
kommt immer ungefähr dieses Ergebnis, 70 oder 80 % sind für
eine Erweiterung der Demokratie, - also für die Einführung der
Volksabstimmung.

Sprecher/in: - "Jede" mehrheitsfähige Neuerung, die die
Menschenrechte des Einzelnen berücksichtigt, könnte so
direkt-demokratisch umgesetzt werden. Notfalls auch gegen den Willen der
Politiker.

TEXTTAFEL: - nach 6 Monaten öffentliche Diskussion

TEXTTAFEL: Zeitspiegel, B3, 1.10.1995

Fernsehsprecher: Mehr Demokratie! Der Gesetzentwurf der
Bürgeraktion hat sich deutlich gegen den CSU-Entwurf durchgesetzt:

TEXTTAFEL: Volksentscheid Bayern 1.10.95

Landtag 38,7 % (CSU-Entwurf) Keine 3,5 % Mehr Demokratie 57,8 %

TEXTTAFEL: Mehr Demokratie e.V. Sprecher/in: Der gemeinnützige
Verein "Mehr Demokratie" hat in verschiedenen Bürgeraktionen schon
bis 1992 1,4 Millionen Unterschriften gesammelt und hier vor dem
Bundestag in Bonn aufgetürmt. Ab 2001 beginnt eine neue
Unterschriftenaktion für direkte Demokratie auf Bundesebene.

Krenkers : - in der ersten Stufe eben die Volksinitiative, das ist, was
man kennt, daß also - es gibt überall Arbeitskreise,
Bürgerinitiativen, die zu bestimmten Problemen gute Vorschläge
haben; und diese Vorschläge werden jetzt in eine Gesetzesform
gegossen, kann man sagen, das ist ja schon ein sehr schöner,
gestalterischer Vorgang, und dieser Gesetzesvorschlag kommt jetzt
sozusagen in die Diskussion. - Und wenn dieser Gesetzesvorschlag 100 000
Unterschriften bekommt, dann muß er zumindestens im Bundestag
angehört werden, und die Bürgerinitiative muß reden
können, im Bundestag, ihre Sache vorstellen können, und wenn
der Bundestag dann in Mehrheit diesen Vorschlag ablehnt, was sein Recht
ist, - dann hat die Initiative jetzt in der zweiten Stufe die
Möglichkeit, diese Frage dem Volk selber vorzulegen, und das
heißt, also, wenn sie jetzt eine Million neue Unterschriften noch
bekommt, eine Million Bürger, die das auch sehr interessant finden,
- dann muß darüber eine Volksabstimmung stattfinden.

TEXTTAFEL: 1. VOLKSINITIATIVE ab 100 000 Unterschriften: vors Parlament
2. VOLKSBEGEHREN ab 1 000 000 Unterschriften: Volksabstimmung 3.
VOLSKABSTIMMUNG Mehrheit der Bürger-Stimmen entscheidet

TEXTTAFEL: Thomas Mayer / Geschäftsführer Mehr Demokratie /
München

Schöck: Glauben Sie, daß die direkte Demokratie ein
Patentrezept sei zur Besserung der Gesellschaft ?

Thomas Mayer: Nee, gar nicht. Es ist gar kein Patentrezept. Wenn es die
direkte Demokratie gibt, wird erstmal noch nichts besser, aber, also wir
sagen da, es kann ja nur besser werden, wenn die Leute nachdenken lernen
und wenn auch die Gesellschaft mehr nachdenklicher wird, wenn auch
Positionen, die also gerade auch in Bürgerinitiativen entwickelt
werden, die jetzt nicht so von Wirtschaftsinteressen unterstützt
werden, wenn die also eben jetzt bessere Möglichkeiten kriegen, die
politische Bühne zu betreten, Themen auf die Tagesordnung zu
setzen.

Bild + TEXTTAFEL: "Die Staatsgewalt geht vom Volke aus" Sprecher/in:
Hier wird also direkte Demokratie gefordert, damit sich das Ideal des
mündigen Bürgers besser verwirklichen kann. Jeder könnte
sich so in rechtlich-politische Fragen einbringen (neu dazu 18.11.00: -
wenn er oder sie genug Unterschriften findet). Es folgen einige solcher
Vorschläge, die von Bürgergruppen vertreten werden: Zum
Bodenrecht, zu Geld, Geldschöpfung, Steuern und Grundeinkommen.

(3.3 Bodenreform durch Nutzungseigentum) TEXTTAFEL: Bodenrecht

Bild + TEXTTAFEL: Der Himmel gehört allen, die Erde wenigen.
"Privat Kein Zutritt"

TEXTTAFEL: Gerald Häfner / ehem. Bundesparlamentarier und Vorsitz
Bündnis 90 Die Grünen Bayern / München Häfner: Heute
ist es ja so, daß durch Grundstücksspekulationen, was eine
Folge dieses aberwitzigen Bodenrechts ist, das wir heute haben, der
Boden so teuer geworden ist, daß bei Häusern z.B. hier
für München kenne ich die Zahlen - wenn ein Haus gebaut wird,
50 Prozent der Kosten, also z.B. 50 Prozent der Miete, die ich bezahle,
für die Wohnung, in der ich wohne, 50 Prozent dient zur
Ablösung des Bodenpreises, und nur 50 Prozent hat mit dem zu tun,
was tatsächlich, sozusagen mit Hausbau und Einrichtung und so
weiter und Unterhalt verbunden ist. - - Dadurch steigen die Mieten immer
schlimmer, und wir haben ja schlimme, schlimme Wohnungsprobleme in
Deutschland. Das ist eine Folge dieses Bodenrechtes.

TEXTTAFEL: Manfred Kannenberg / Dipl. Volkswirt, Buchhändler /
Berlin TEXTTAFEL: Scheinwerte Kannenberg: Oder das was am schlimmsten
ist, was eigentlich auch ein Krebsschaden ist, daß man eben seit
Bestehen der Bundesrepublik Deutschland hunderte von Milliarden
Seinwerte erzeugt hat - Scheinwerte erzeugt hat, keine realen Werte,
allein durch das Hin und Her-Verkaufen von Boden. Und Boden ist keine
Ware, sondern ist ein Nutzungsrecht. Boden kann man nicht beliebig
herstellen, es ist keine Ware, ist nicht vermehrbar. -

Schöck:: Und Sie haben da praktische Ansätze, das zu
ändern oder besser zu machen?

TEXTTAFEL: Heidjer Reetz / Alternative Wohnprojekte / Hamburg,
Schneverdingen

Reetz:: Ja, wir versuchen Projekte zu gründen und auch zu vernetzen
in denen Grund und Boden nicht mehr käuflich ist - und Formen zu
entwickeln, in denen die Menschen eben erleben, daß wir
eigentumsähnliche Rechte auch ausüben können, ohne
daß der Grund und Boden käuflich ist.

Häfner: Ich denke, was wir brauchen ist eine Art von
Nutzungseigentum. - (3.4 über "natürlich alterndes
Geld") TEXTTAFEL, Unter-Kapitel: Kann Geld arbeiten ?

Sprecher/in: Von der Rohstoffgewinnung, über Herstellung, Handel
bis hin zum Endverbraucher werden Kredite aufgenommen, Zinskosten
angehäuft und auf den Kundenpreis aufgeschlagen. Darum enhalten die
Preise nicht nur in Deutschland im Schnitt 50 % an Zinsen, bei
Immobilien und beim Wohnen sogar über 70 % ! Wer zahlt das wohl
alles?

TEXTTAFEL: Prof. Dr. Margrit / Autorin / Universität Hannover

Kennedy : Naja, das ist doch diese ganz simple Geschichte mit diesem
einen Pfennig. Das war ja diese Rechnung mit diesem einen Pfennig zur
Zeit von Jesus Christus, investiert zur Geburt Jesus Christus
investiert, wären heute -

TEXTTAFEL bei 5 % Zins: 134 MILLIARDEN Kugeln von Goldkugeln vom Gewicht
der Erde.

- 134 Milliarden Kugeln von Gold vom Gewicht dieser Erde, mein Gott
wieviel - es ist dermaßen absurd, das kann sich überhaupt
kein Mensch vorstellen. Das heißt langfristig - es kann nie
langfristig funktionieren.

TEXTTAFEL: "alterndes" Geld (z.B. statt Inflation, Steuern)

Binswanger (s.u.): Das Geld würde eben nur eine untergeordnete
Rolle spielen, wenn möglich eben sich abwertend. -

Grafik + TEXTTAFEL:

LEISTUNG Wachstum natürlich, Nutzdauer Wachstum exponentiell, bei
10% Zins ZEIT

mit Sprecher/in: Praktisch alle Wirtschaftgüter altern und
verlieren an Wert. - Das Geld sollte diesen realen Wirtschaftsprozessen
im Verhältnis entsprechen - und sich nicht einfach von selbst
vermehren - "das" geht nämlich immer auf Kosten der Anderen. - Die
Reichen werden reicher und die Armen werden ärmer.

TEXTTAFEL: Prof. Dr. Hans Christoph Binswanger ehemals Universität
St. Gallen Binswanger: Daß die Kartoffeln sich abwerten, weil sie
eben verfaulen. Das Geld verfault nicht, man müßte es eben
künstlich faulen machen. Das scheint mir im Mindesten ein
bedenkenswerter Vorschlag zu sein.

(3.5 Kapitel) TEXTTAFEL, Unter-Kapitel: "Geldschöpfung" durch
Tauschringe Sprecher/in: - Durch eine Art Kontoführung können
selbst bei Geldnot und in Krisengebieten vorhandene Fähigkeiten,
Waren und Arbeitsleistungen getauscht werden, flexibel, wie mit Geld. -
Etwas ähnliches gelang schon während der Wirtschaftskrise in
den dreißiger Jahren in Wörgl, Österreich. Dort wurde
sozusagen mit einer Mini-Bundesbank, Notgeld herausgegeben, eine Art
alterndes Geld. Die lokale Wirtschaft wurde belebt, kommunale
Steuerschulden verringert und dringende öffentliche Arbeiten
konnten ausgeführt werden. Die Zahl der Arbeitslosen sank,
während sie in der Umgebung weiter stieg. Das Unternehmen wurde
jedoch verboten, weil es gegen das Banknotenmonopol der Nationalbank
verstieß. Auch heute darf man z.B. in Deutschland keine eigenen
Banknoten "ausdrucken". Reines Buchgeld, also Kontogeld, ist jedoch
normalerweise erlaubt.

Grafikanimation zu Leistungen ohne Geld + TEXTTAFEL:

SOLL-HABEN-Konten Annett    Christian    Thomas    Mitglied x A.streicht
Bad T. repariert Rad C. gibt Nachhilfe

Beuys: Daß die Fähigkeiten der Menschen das Kapital sind,
daß die Fähigkeiten der Menschen das Kapital sind!

(3.6 Kapitel) TEXTTAFEL, Unter-Kapitel: Steuer- und Sozialreform
Verbrauch statt Arbeit besteuern

Sprecher/in: Aus der Dreigliederung gibt es auch Vorschläge
für sozialere Steuern. - Nicht mehr die Arbeit soll steuerlich und
mit Sozialabgaben belastet werden, sondern der Verbrauch. - Je mehr
verbraucht wird, desto mehr Steuern müssen bezahlt werden.

TEXTTAFEL: Prof. Dr. Margrit / Autorin / Universität Hannover
Kennedy: Was ja heute die Arbeit so teuer macht, sind ja diese ganzen
Sozialabgaben. Wenn man die auch noch mit auf die Produkte legen
würde, dann könnte man sagen, wird Arbeit billiger -

Sprecher/in: -- und es müßten mehr Arbeitsplätze
entstehen! - Ein konventionelles Steuer- und Sozialsystem verteuert also
die Arbeitsplätze durch Steuern und Sozialabgaben - und damit
steigen auch die Preise - denn die Unternehmen geben zwangsläufig
alle ihre Belastungen über die Preise weiter. -

TEXTTAFEL: Lohnkosten im Preis

Heute			Reform

Konsum-	I___________________ I Konsum-
Preis		I				I Preis I<- MwSt./Umsatzsteuer ->I
I				I Hersteller-	I___________________ I
Preis		I				I I<- Lohn-Einkommenst. 	I
I				I I___________________ I I				I I<-
Sozialabgaben		I I				I I___________________ I
Hersteller- I				I Preis I				I
I				I I				I I<- Löhne, Einkommen ->	I
I				I I				I I				I

Sprecher/in: - Wenn jedoch "nur  der Verbrauch" belastet wird - z.B.
durch eine dementsprechende Mehrwertsteuer, dann blieben die
ausbezahlten Löhne und Gehälter praktisch gleich hoch, ebenso
die Konsumententenpreise, da die sinkenden Herstellungspreise die
höheren Mehrwertsteuern wieder ausgleichen. Das wäre also auch
für den Konsumenten eine neutrale Umfinanzierung. - Ein sozialer
Ausgleich geschieht dann durch den höheren Verbrauch der
Wohlhabenden - und müßte zum Schutz der unteren
Einkommensgruppen ausgestaltet werden z.B. durch gestaffelte
Umsatzsteuersätze, Rückerstattungen oder Zuschüsse. -

TEXTTAFEL: Lohnkosten im Preis

Heute			Reform

Konsum-	I___________________ I Konsum-
Preis		I				I Preis I<- MwSt. / Umsatzsteuer ->I
Im-Export-	I				I Hersteller-	I___________________ I
Preis=netto	I				I I<- Lohn-Einkommenst. 	I
I				I I___________________ I I				I I<-
Sozialabgaben		I I				I Im-Export-
I___________________ I Hersteller- I				I Preis=netto
I				I I				I I				I I<- Löhne,
Einkommen ->	I I				I I				I
I				I

Sprecher/in: - Auch Dritteweltländer könnten dann wie
üblich zu Netto-Preisen, ohne diese Steuer- und Sozialabgaben
"wesentlich billiger" und mehr importieren, - diese erst im eigenen Land
über die Mehrwertsteuern draufschlagen - und damit ihr eigenes
soziales Netz sichern und weiterentwickeln. Heute dagegen wird der
drohende Abbau des Sozialstaates durch den globalen Wettbewerb -
durchgesetzt. - Wenn aber die Steuern und Sozialabgaben aus diesem
Konkurrenzkampf rausgenommen werden - und über den Verbrauch neu
definiert werden, - dann können die sozialen Sicherungssysteme
nicht mehr so leicht abgebaut werden, - durch diesen globalen Druck auf
Preise Löhne und Sozialleistungen.. Damit kann der Mensch mit
seinen Bedürfnissen wieder in den Mittelpunkt rücken - in der
Diskussion über den Sozialstaat, - nicht nur der globale
Wettbewerb.

(3.7 Grundeinkommen und Arbeitswille) TEXTTAFEL, Unter-Kapitel:
Grundeinkommen

Sprecher/in: Eine große Frage ist, wie Arbeit entlohnt werden
soll. In der Dreigliederungsliteratur wird gesagt: Arbeit ist eigentlich
unbezahlbar. - "Ein" Vorschlag in diese Richtung ist die Einführung
eines Grundeinkommens. - Aber würden sich die Menschen nicht in die
Hängematten legen, wenn sie nicht mehr für ihr Überleben
arbeiten müßten ?

TEXTTAFEL: Uwe Urbschat / ehem. Geschäftsführer für
Vertrieb AVV-Demeter

Urbschat Das könnte vielleicht in der in der Übergangsphase,
vielleicht zu gewissen Phänomenen führen. Wir dürfen aber
nicht vergessen, wir leisten uns im Moment auch 4 Mio. Arbeitslose von
denen ein großer Teil, und wenn man die versteckte
Arbeitslosigkeit mitzählt noch viel mehr, von denen ein
großer Teil, ein überwiegender Teil enorm arbeitswillig ist,
wo enorme auch Fähigkeitspotentiale da sind, die einfach jetzt
nicht angesprochen werden.

TEXTTAFEL: Gerald Häfner / ehem. Bundesparlamentarier und Vorsitz
Bündnis 90 Die Grünen Bayern / München

Häfner Meine Erfahrung ist, daß kein Mensch es aushält,
jahrelang in der Hängematte zu liegen, ja, man wird krank,
Schlimmeres, also es geht gar nicht. Ich vermute, daß nach einigen
Jahren viel mehr passieren wird als heute. Die Menschen werden viel
tätiger sein als heute, aber in sinnvollen Bereichen. Und manche
Berufe werden einfach wegfallen. Die Menschen werden schlimme Dinge und
unsinnige Dinge, die sie heute tun, um Geld zu verdienen, weil sie leben
müssen, werden sie einfach nicht mehr tun, weil sie anderes tun
können, weil sie nicht mehr abhängig sind.

BILD+TEXTTAFEL,Resümée-Recht: Die Staatsgewalt geht vom
Volke aus

Sprecher/in: Die vorangegangenen Vorschläge sind hier so gemeint,
daß jeder mündige Mensch mitdiskutieren, mitausgestalten und
direkt-demokratisch mitentscheiden kann. Solche Fragen die alle
betreffen, könnten nach dem Prinzip der Gleichheit, jedem eine
Stimme, entschieden werden.

Häfner : Und man kann heute nicht mehr über die Köpfe der
Menschen hinweg die Dinge entscheiden, sondern nur noch mit den
Menschen, weil es nur mit den Menschen selbst geht.

mit Sprecher/in Die Idee der Gleicheit kann dagegen in Wirtschaft und
Kultur lähmend oder gleichschaltend wirken.

Animation + TEXTTAFEL: Runde Tische der Beteiligten

in

Kultur

Wirtschaft					Recht

(4. Haupt-Kapitel, 4.1 Einleitung) TEXTTAFEL: Kultur Freiheit im
Geistesleben

Bilder + TEXTTAFEL: Albert Einstein Atomforscher

Sprecher/in: Das Beispiel der Atomforschung zeigt, wie die Forschung oft
von politisch-staatlicher Seite mißbraucht wird. Auch
wirtschaftliche Interessen beeinflussen zunehmend den Kulturbereich: Das
sieht man an der Vermarktung der Genforschung, der Überflutung mit
Werbung, einseitigen Medien, selektiver Kriegsberichterstattung und
Beeinflußung des Bildungswesens. Nicht nur in der
Dreigliederungsliteratur wird eine Unterbindung des staatlichen und
wirtschaftlichen Einflusses auf das Kulturleben gefordert und über
neue Formen seiner Finanzierung diskutiert.

TEXTTAFEL: Dr. Heinz-Hartmut Vogel / ehem. Mediz. Leiter Wala-Heilmittel
GmbH / Bad Boll

Vogel: Und da ist ja wunderbar unser Grundgesetz ein fabelhaftes
Vorbild, also die Artikel 1 bis 19 sind alles Freiheitsartikel, wenn man
es mal genau anschaut. "Die Würde des Menschen" fängt es an,
dann der Artikel 2 ist großartig: "Jeder hat das Recht auf die
freie Entfaltung seiner Persönlichkeit". dann Artikel 3: Das gilt
für alle, nämlich gleiches Recht für alle, also gleiche
Freiheitsrechte für alle. Artikel 5 Kunst: Wissenschaft, Forschung
und Lehre sind frei, Berufswahl und Berufsausübung ist frei.

Musik + TEXTTAFEL:: Ritchie Heavens, Woodstock 1969

(4.2 Kapitel) TEXTTAFEL, Unter-Kapitel: Nationalismus

Freiheit der Völker oder Freiheit des Einzelnen ?

Sprecher/in: Das Problem von kultureller Freiheit oder
Unterdrückung zeigt seine Brisanz auch in dem Jahrtausende alten
Kampf ethnischer Minderheiten, um Religionsfreiheit oder um Schulen in
der eigenen Sprache.

TEXTTAFEL:: Manfred Kannenberg / Dipl. Volkswirt, Buchhändler /
Berlin Das Nationale gehört ins Kulturleben. Wir müssen
Abschied nehmen von Nationalstaaten als staatenbildendes Element.
Sondern das Nationale ist ein kulturelles Element und die Kultur
gehört in die Selbstverwaltung. - Aber das ist natürlich
undenkbar, daß man sagt, weil jetzt 51% Serben in dem Staat sind,
können die Kroaten keine Autonomie ihrer Kultur haben. Das ist das
Problem. Ja selbstverständlich, sie haben alle das Naturrecht
sozusagen, der Staat muß das sogar beschützen. Und das ist
auch kein Problem, wenn man endlich davon absieht, daß im Namen
der Machtstaaten gewissermaßen nationale Elemente mißbraucht
werden. Die Deutschen haben ja da auch ein Lied davon zu singen.

TEXTTAFEL:: Der einzelne Mensch ist die kleinst mögliche
Minderheit, nicht die Völker.

Sprecher: Es geht hier um die Freiheit des Einzelnen, nicht wenn die
Völker oder Gruppen befreit werden, wird auch der Mensch befreit,
sondern wenn die einzelnen Menschen frei sind, dann sind auch die
Völker und Minderheiten frei. - Das Selbstbestimmungsrecht der
Völker, ein Grundprinzip der UNO, neigt dazu die heutigen
Vielvölkerstaaten auseinander zu sprengen.

TEXTTAFEL:: "Nur Menschen können Rechte haben - das
Selbstbestimmungsrecht der Völker ist ein barbarisches Instrument"
Ralf Dahrendorf, Die Zeit 28.4.89

Bilder + TEXTTAFEL:: Nordkorea 1995

Bilder + TEXTTAFEL:: Staatlich gelenkte Kultur ist heute normal,
weltweit

Quelle: "Das dressierte Volk", Süd3 1995

TEXTTAFEL:: Manfred Kannenberg / Dipl. Volkswirt, Buchhändler /
Berlin Kannenberg : �89, als nun die glorreiche Spaltung überwunden
wurde, - da lag in der Luft eine neue Konstitution dieses Landes und da
war ein wesentliches Element, daß die Menschen, die
geflüchtet sind und die man interviewt hat an den Grenzen, gesagt
haben: Ja Reisefreiheit jawohl, aber: - Bildungsfreiheit. Wir wollen
nicht, daß unsere Kinder in diesem Staate groß werden. - Das
waren Wünsche, Sehnsüchte - also, dann gab es das
berühmte Manifest der Befreiung der Schulen in Leipzig 1990 im
Frühjahr, wo man selbstverständlich als Konsequenz des
zusammenbrechenden Einheitsstaates DDR den Wunsch artikuliert hat, im
Neuen Forum und überall: Befreiung des Kulturlebens. Der Staat kann
nicht mehr erziehen. Das haben die nun sozusagen blutig auch erfahren -
nicht blutig aber doch jeder an seiner Seele als - ja als
Vergewaltigung. Während wir natürlich glauben im Westen, wir
hätten freie Schulen. Wir haben aber auch keine freien Schulen, bei
uns ist der Kultusminister sozusagen auch thronend über allem: Es
gibt 5% freie Schulen, das sind im wesentlichen konfessionelle Schulen.
Die versuchen dieses Prinzip langsam hineinzubringen, daß
nämlich Lehrer in Freiheit erziehen.

(4.3 Bildungsgutscheine) Grafik+Sprecher/in : Und wie könnte freie
Bildung organisiert und finanziert werden ? - 500 bis 2000 D-Mark kostet
ein Ausbildungsplatz pro Monat. Deshalb können sich tendenziell nur
die Besserverdienenden freie Schulen und Hochschulen leisten - nicht nur
in den USA.

TEXTTAFEL:: Siegfried Woitinas / Geschäftsführer Forum3
Jugend- & Kulturzentrum / Stuttgart Woitinas : Heute sind
Staatsschulen überprivilegiert, weil sie hundertprozentige
Finanzierung bekommen, und alle Schulen in freier Trägerschaft
kriegen nur einen Prozentsatz. Das ist eine Ungleichbehandlung, die im
Grunde grundgesetzwidrig ist.

TEXTTAFEL:: Gerald Häfner / ehem. Bundestagsabgeordneter
Bündnis 90 Die Grünen Bayern / München Häfner Also
wir haben ja heute das Phänomen, daß zum Beispiel Eltern, wie
ich es auch bin, ihre Steuern bezahlen, aus denen das Bildungswesen
finanziert wird. Wenn sie sich aber für eine andere Schule,
Waldorf-Schule, Montessori-Schule oder eine andere freie Schule
entscheiden, dann müssen sie nochmal, ein zweites Mal bezahlen,
weil das Steuergeld, das sie schon bezahlt haben für das
Bildungswesen an diese Schule nicht oder nicht in ausreichendem
Maße fließt. Also im Grunde ist es ganz einfach, - ich bin
auch nicht gegen Staatsschulen. Also ich bin nicht der Meinung, man soll
das jetzt einfach verbieten oder sowas, sondern ich bin der Meinung,
daß hier Freiheit herrschen soll. Das heißt, egal für
welche Schule sich Eltern, oder Schüler, Studenten später, das
gilt ja auch für Hochschulen, entscheiden, das Geld das über
die Steuern bezahlt wird, an diese Einrichtungen fließen soll. Und
die einfachste Möglichkeit, das umzusetzen, ist die Idee von
Bildungsgutscheinen. Das heißt, daß man einen bestimmten
Betrag errechnet, der pro Person für Ausbildung zur Verfügung
steht und der dann dorthin gegeben wird, wo diese Person ihre Ausbildung
macht. -

Schöck : Da komme ich auf den Gedanken des Bildungsgutscheins, das
wäre also eine Steuerung der Gelder pro Person und nicht pro
Institution.

TEXTTAFEL:: Dr. Konrad Schily / ehem. Präsident Freie
Universität Witten-Herdecke Schily : Jetzt habe ich ja die Frage
wer soll eigentlich studieren dürfen? Nun könnte ja der Staat
so organisiert sein, daß er sagt, also jeder, der, was weiß
ich, 18 Jahre oder 19 Jahre ist, der von einer Hochschule akzeptiert
wird, bekommt fünf Jahre lang einen Bildungsgutschein. Der wird
aber immer nur gültig, dadurch daß eine Universität ihn
akzeptiert, mit einem Stempel oder was weiß ich versieht, mit
einem Signum, und dann wird er was wert, dann kann die Universität
ihn einlösen. Also das ist kein marktfähiges Produkt, womit
ich da handeln kann. - Und selbstverständlich würden sich dann
auch die Hierarchien verändern.

Sprecher/in, Schlecht besuchte Veranstaltungen würden verschwinden
und neue könnten entstehen, - indem z.B. 10 Studenten oder
Schüler einen Lehrer finanzieren. -

TEXTTAFEL:: Ingo Krampen / Notar / Europ. Forum für Freiheit im
Bildungswesen / Bochum Krampen: Und andererseits, wenn irgendetwas
passiert, was wirklich gegen Gesetze, gegen Grundrechte
verstößt, dafür sollen wir den Staat belassen.
Dafür ist der Staat vernünftig. Das Richtige wäre, wenn
der Staat sagen würde, wir greifen - staatliche Schulverwaltung,
nur subsidiär ein, da wo Eltern und Lehrer das nicht selbst
können. Aber das ist ein völlig anderes Bild und das muß
sich erst mal durchsetzen als freies Geistesleben.

(4.4 Runde Tische der Beteiligten, Resümée Kultur)

Grafik+Sprecher/in: Die Betroffenen könnten sich zunehmend
über runde Tische selbst organisieren, durch Schüler ab einem
gewissen Alter, zusammen mit Eltern und Lehrern. Dort könnten sie
sich ihre Inhalte selbst geben, Standards und Prüfungen, wie z.B.
Hauptschulablschluß, Mittlere Reife oder Abitur beibehalten oder
auch verbessern.

TEXTTAFEL: Martin Malcharek / organisierte freies Studienprojekt

Malcharek: Wir als die Dienstleistung Universität oder
Studienstätten, wie auch immer, in Anspruch Nehmende, wollen auch
bestimmen, was da läuft. Das ist ja klar. Soviel Autonomie
muß man sowohl den Lehrern, wie auch Eltern, wie auch den
Studierenden zugestehen, als erwachsene Menschen. Freie Menschen braucht
das Land (lacht)

Animation + TEXTTAFEL: Runde Tische der Beteiligten

in

Kultur

Wirtschaft					Recht

(5. Allgemeines Resümée über die dreifache Innen- und
Umwelt)

TEXTTAFEL: "Freiheit - 		Gleichheit - 		Brüderlichkeit"

Schöck: Welchen Sinn hat ein Motto wie "Freiheit, Gleichheit,
Brüderlichkeit"?

TEXTTAFEL:: Manfred Kannenberg / Dipl. Volkswirt, Buchhändler /
Berlin

Kannenberg: Ja das ist der Schlachtruf der Französischen Revolution
1789 und in gewisser Weise hat das dann die Dreigliederungsbewegung
aufgegriffen als etwas was nicht in der Französischen Revolution
verwirklicht werden konnte, indem man die Gliederung noch nicht finden
konnte, ja? Es ist als Parole stehengeblieben und es hat blutig geendet,
weil sich die Gesellschaft nicht entfaltet hat. Man kann ja auch sagen,
was ist ein anderes Wort für Dreigliederung, es ist Entfaltung,
Blüte treiben, endlich mal, ja? Der Staat ist sozusagen eine
Hülle oder was, eine vormundschaftliche Hülle, aber sie darf
dann auch mal platzen, aber dann muß es sich entfalten in diese
Glieder. Natürlich kann man fragen, gibt es nicht vier Glieder oder
fünf Glieder, ja da muß man ins Einzelne gehen, ob man noch
ein viertes Glied findet. Ich hab keins gefunden.

TEXTTAFEL:: Freiheit - 		Gleichheit - 		Solidartität in
Kultur		im Recht		in der Wirtschaft

Sprecher/in: Der Widerspruch zwischen Freiheit, Gleichheit und
Solidarität findet in der Dreigliederungsliteratur eine Synthese,
indem sie auf verschiedenen Ebenen der Gesellschaft angesiedelt werden:
Freiheit im Kulturellen, Gleichheit vor dem Recht und Solidarität
in der Wirtschaft. Die Konkurrenz dieser Grundwerte z.B. in politischen
Parteien kann nach dieser Anschauung vermieden werden.

TEXTTAFEL:: Dr. soz. Lex Bos / Unternehmensberater / NL-Zeist

Bos: Aber trotzdem sind die drei immer da, sei es gemischt oder
unterentwickelt oder korrumpiert oder wie auch. Also man braucht niemals
etwas einzuführen, man braucht nur zu befreien, zu gliedern oder
auf eigene Beine zu stellen. Und dann erscheint allmählich die
Dreigliederung, ja.

TEXTTAFEL:: Manfred Kannenberg / Dipl. Volkswirt, Buchhändler /
Berlin Im geistigen Leben ist das Einzelurteil das einzig Wahre, im
wirtschaftlichen Leben ist das Gemeinschaftsurteil das einzig
Mögliche. Das Einzelurteil ist dort falsch. Es ist sozusagen
wirklich das andere Extrem. Das Einzelurteil ist richtig im
Geistesleben. Das Einzelurteil ist falsch im Wirtschaftsleben. Es kann
nur ein Assoziatives. Es kann nicht einer mit dem Kopf durch die Wand.
Wenn er es tut schadet er allen anderen.

Sprecher/in : Ein Hinweis aus der "Sozialen Dreigliederung" ist auch,
daß das Geistesleben sich häufig wie eine Art Umkehrung zum
Körperlich-Wirtschaftlichen verhält: So "ernährt" z.B.
das Geistesleben die Wirtschaft durch Ausbildung, Erfindungen,
Rationalisierungen usw..

TEXTTAFEL:: Manfred Kannenberg / Dipl. Volkswirt, Buchhändler /
Berlin Kannenberg: Zum anderen ist aber diese ganze Initiative
natürlich was Kostbares, die freie Unternehmerinitiative. Sie ist
aber, wenn man genau charakterisiert, eigentlich ein Glied des freien
Geisteslebens, das heißt, hier durchdringen sie sich. Es ist ja
nicht eine Dreiteilung, sondern es ist ein Organismus, so daß man
sagen kann, die spezifisch initiativen Kräfte des Unternehmers,
aber auch des Arbeiters, sind eigentlich Elemente des freien
Geisteslebens. Das dringt hinein in dieses Wirtschaftsleben. Aber ganz
knapp gesagt, ist das Wirtschaftsleben das Zirkulieren der Waren. Das
zirkuliert natürlich nur wenn Tüchtigkeiten da drin sind, aber
die Tüchtigkeiten - sind eigentlich ein Gebiet, sind sozusagen -
wurzeln in diesem Gebiet des freien Geisteslebens.

TEXTTAFEL:: Dr. Christoph Strawe / Institut für soziale
Gegenwartsfragen / Stuttgart Strawe: Und im Grunde genommen kann man all
das, was unter diesem Begriff der Dreigliederung des sozialen Organismus
subsumiert, eigentlich auf diesen Punkt bringen, daß es darum
geht, die gesellschaftliche Struktur so neu zu ordnen, daß sie
offen wird für die Initiative des Einzelnen. - Da wo der Einzelne
eben aus seiner individuellen Einsichtsfähigkeit heraus Aufgaben
ergreift im Sozialen, da muß eigentlich die Gesellschaft
zurücktreten, da muß der Staat zurücktreten, da
müssen Lösungen durch die Betroffenen möglich werden.

Schöck: Was ist denn Dreigliederung - noch ?

TEXTTAFEL: Dr. Heinz-Hartmut Vogel / ehem. Mediz. Leiter Wala-Heilmittel
GmbH / Bad Boll Vogel: Ja nun, das ist das Modell des Menschen. Er hat
geistige Bedürfnisse, er hat rechtlich-menschliche, also rechtliche
Bedürfnisse, seelische-rechtliche Verhältnisse,
Bedürfnisse - und er hat ökonomische Bedürfnisse von der
leiblichen Struktur: - Leib, Seele, Geist. Die Dreigliederung, die
soziale Dreigliederung ist eigentlich ein Spiegelbild, wie ein
umgekehrter Handschuh. Das was wir in uns tragen an Urbedürfnissen
projeziert sich in die soziale Ordnung. - Eigentlich ist jeder alles -
das ist  das Geheimnis.

TEXTTAFEL: Michael Ende / Schriftsteller z.B. Momo, Unendliche
Geschichte Ende: Was aber weniger bedacht wird ist, daß es die
Innenweltzerstörung auch gibt, nicht das wird weniger bedacht. Da
tut man immer so, als sei das nur eine illusorische Sache, die nicht so
furchtbar wichtig ist. Sie ist aber genauso wichtig. Denn umkehrt kann
ich auch sagen, wir werden die Umwelt nicht wieder hinkriegen, wenn wir
nicht eine Innenwelt-Sanierung vornehmen.

TEXTTAFEL: Diskussion mit Michael Ende und Joseph Beuys 1995 / SWF 1988

TEXTTAFEL, Abspann, Nachspann: "Schau in die Welt und Du erkennst Dich
selbst, schau in Dich selbst und Du erkennst die Welt." Rudolf Steiner

TEXTTAFEL: Erste Beschreibung der "Sozialen Dreigliederung" Rudolf
Steiner 1917 (im 1. Weltkrieg)

In Vorträgen und Kampagnen darüber versuchte er bis 1922 /
1923 liberales Bürgertum und Arbeiterbewegung zu versöhnen,
scheiterte jedoch.

TEXTTAFEL: LITERATUR-HINWEISE

"Die Kernpunkte der sozialen Frage" - "Nationalökonomischer Kurs"
von Rudolf Steiner

"Denker, Künstler, Revolutionäre" über Beuys, Dutschke,
Schilinski, Schmundt

"Wie weiter mit den Sozialsystemen?" Aufsätze, U. Herrmannstorfer,
H. Spehl, C. Strawe

"Scheinmarktwirtschaft" von Udo Herrmannstorfer

TEXTTAFEL: WEITERE AUTOREN

Lex Bos Prof. Roland Geitmann Prof. Friedrich Glasl Manfred Kannenberg
Prof. Margrit Kennedy Dr. Konrad Schily Dr. Christoph Strawe ...

TEXTTAFEL: Wir möchten weitere Filme zu diesem Thema prodouzieren

und suchen Kontakt zu Sponsoren

TEXTTAFEL: PRODUKTION Agentur für Alternativen Sebastian
Schöck, Berlin

TEXTTAFEL: REDAKTION Sebastian Schöck Annette Ochs Diederik van
Bemmelen

KAMERA: Lucian Busse Urs Cordua Friedel Hans Reiner Jonas Wolfgang
Schwartz

TON: Lucian Busse Urs Cordua Friedel Hans Oliver Lompe Daniel Petry

TON-RESTAURATION Jean-François Pottiez

2D-3D-ANIMATION Sebastian Schöck Frank Wettstädt

SCHNITT Sebastian Schöck

DANK an: Hans Boes Sylvain Coiplet Astrid Oster Claudia Siefen Eberhard,
Eva, Fitz Jochen, Joe, Mario, Mathias Robert, Sabine, Ulf und viele
andere

TEXTTAFEL: DANK AN ALLE

UNTERSTÜTZER UND MITWIRKENDE

FILM-ZITATE / QUELLEN

Zivilisationszenen aus "Koyaanisqatsi" (Verrücktes Leben) Atlas
Medien (D), USA, 1982

Demeter-Film "70 Jahre falsch ernährt" von Rainer Drewes
Filmproduktion, Lichtenwald

Michael Ende und Joseph Beuys aus "Die Kunst ist das Kapital der
Menschheit" von ARD, SWF, 1988

TEXTTAFEL: Joseph Beuys-Video "Aktive Neutralität" FIU-Verlag,
Wangen im Allgäu, 1991

Börsen-Szenen aus ntv, 27.11.96 und "Die Seele des Geldes" von
Peter Krieg Barfuss Film, Landeszentrale für politische Bildung
ARD, NDR, 1987

"Einfälle statt Abfälle" von Friedel Hans A-Perchtoldsdorf,
© Römerquelle

Streik- und Industrie-Szenen ntv, Deutsche Welle, 1997

TEXTTAFEL: Kniender aus "Kein Bestandteil sein" von Christoph
Kretschmann, ca. 1995

Zoom "Staatsgewalt geht vom Volke aus" von Tagesthemen, ARD, ORB,
14.6.92

"Demokratie - das bin ich!" von Malte Rauch, ARD, WDR, 1992

Volksentscheid-Bericht aus "Zeitspiegel", Bayern3, 1.10.95

TEXTTAFEL: Steinewerfer aus Westjordanland, ntv, 29.10.96

Naziaufmarsch, Bücherverbrennung wahrsch. von ARD, ZDF

moderne Kriegs-, Politik-Bilder von "Kinder tragen die Zukunft", ARD,
mdr, 1994

Panzerszenen von Natotruppen, ntv, 27.11.96 aus Kosovo, ntv, 27.12.98

Atombomben aus "Dr. Seltsam - oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben"
Columbia Pictures, Hawk Films Ltd, 1963

TEXTTAFEL: Hungerszene aus Uganda ntv, 3.11.96

Bleigießerei, Naturszene aus Srilanka Connex-TV, Deutsche Welle,
1997

Schüler aus "Augenblicke in die Zukunft" - Waldorfpädagogik
weltweit, "Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.", 1997

Freiheitsstatue von Instituto Geografico De Agostini, Atlas Verlag, 1996

Mauerszene aus "9.November 1989 ..." Irmgard von zur Mühlen,
Chronos-Film GmbH

TEXTTAFEL: BILD-ZITATE / QUELLEN

"Der Mensch" von Leonardo da Vinci

Joseph Beuys-Foto Dieter Schwerdtle, Ute Klophaus FIU-Verlag, Rainer
Rappmann Wangen im Allgäu

TEXTTAFEL: "Hastemalnemark?" von Tom, Motz und TAZ 1998

Werbetafeln in Vietnam aus "Allein der Markt regiert", Der Spiegel,
23.9.96

4-Stiere-Illustration der Illustration von Ivan Lacaze, 1998

TEXTTAFEL: "Im Mittelpunkt steht immer der Mensch" und "Der Himmel
gehört vielen, die Erde wenigen" © Klaus Staeck, Steidl
Verlag, 1992

Albert Einstein-Foto Grosses Universal Volkslexikon Fackelverlag,
Stuttgart © F.A. Brockhaus Deutscher Taschenbuchverlag

TEXTTAFEL: Schüler-Zeichnung von Nikolaz le Bars, F-Landunvez,
1992/93

Wahlurnen-Foto von unbekanntem Fotograf

Uni-Fotos zum Semesterstart Berliner Zeitung 15.10.97, 22.4.98

TEXTTAFEL: MUSIK

Zieharmonika-Spieler Wicktor Worobjow., St. Petersburg, Berlin, 1997

"Sometimes I Feel Like A Motherless Child" (Freedom) von Ritchie
Heavens, Woodstock, 1969

"People Have The Power" von Patti Smith, Arista Records, 1988

TEXTTAFEL: Die Rechte der Bild- und Ton-Zitate liegen bei den Urhebern

TEXTTAFEL: Öffentliches Vorführen, kommerzielles Nutzen,
Kopien bedürfen der Genehmigung

Bestellungen bei AGENTUR FÜR ALTERNATIVEN Sebastian Schöck,
Berlin

© 2000

TEXTTAFEL: People Have The Power

Über Selbstverwaltung durch Runde Tische in Kultur, Recht und
Wirtschaft

 

cd-rom