Sabine Stortenbeek

Aus der Einleitung der Webseite:
«Viele Menschen sind - noch im „besten“ Fall - unzufrieden mit verschiedenen Aspekten des sozialen Zusammenlebens in unserer Gesellschaft, sei es auf ökonomischer, politischer oder geistig-kultureller Ebene. Im schlimmsten Fall wirken sich auf einige Menschen die Probleme in diesen Bereichen sogar existentiell aus.
Aus der Konfrontation mit diesen Unzufriedenheiten und Problemen wendet sich ein großer Teil einer fatalistischen Passivität zu: Man versucht, sich nicht weiter damit zu beschäftigen, da man glaubt, sowieso nichts ändern zu können. Denn wer glaubt, dass er sowieso nichts ändern kann, muss natürlich konsequenterweise versuchen, die Probleme auszublenden, da ihn sonst das Gefühl der Ohnmacht und Negativität erdrücken würde.
Andere wiederum versuchen, aktiv zu werden, doch meist gemäß der heutzutage weit verbreiteten Denkart, dass man mit vereinzelten Eingriffen hier und da sowie schlagwortartigen Programmen die vorhandenen Probleme lösen könne.
Doch „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Und die Lösungen liegen so oft in den dem Zeitgeist am abwegigsten erscheinenden Bereichen, gegen die sich bei vielen innerlich alles wehrt. Wehrt deswegen, weil die Anerkennung dieser alternativen Denk- und Lösungswege voraussetzen würde, dass man allzu liebgewordene eigene Vorstellungs- und Glaubensmuster hinterfragen und neu bewerten müsste. Und dieser Akt des Hinterfragens würde auch meist - ob bewusst oder unbewusst - eine tiefe innere Erschütterung auslösen, da man das Gefühl bekommt, auf einmal den Boden unter den Füßen zu verlieren. Das passiert aber nur dann, wenn die innere Identifikation mit diesen bisherigen Vorstellungsmustern zu stark gewesen ist.
In der heute verbreiteten Weltsicht spielt der Geist nur eine sehr untergeordnete Rolle. Doch was ist diese innere Identifikation und die Erschütterung im Falle des Hinterfragens denn anderes als ein geistiger Vorgang? Wenn ein geistiger Vorgang also eine so große „Macht“ über ein Individuum haben kann, wie groß mag dann erst der Einfluss sein, den er gesamtgesellschaftlich ausübt?
Die soziale Dreigliederung ist ein Erkenntnisweg, bei dem dem menschlichen Geist, dem Erkenntnis- und Bewusstmachensprozess, eine zentrale Bedeutung zukommt. Doch dieser Erkenntnisprozess muss immer seinen Ausgang in den uns direkt umgebenden Tatsachen nehmen, damit man nicht in Utopien und Illusionen abdriftet. Nicht eine Idee von oben aufpfropfen, sondern die Idee, d.h. die natürlichen Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge aus den Tatsachen heraus suchen, um die Wirklichkeit dann so zu organisieren, dass sich diese natürlichen Gesetzmäßigkeiten am besten entfalten können. Natürlich ist diese praktische Umsetzung sehr wichtig, aber bevor nicht zumindest ein Teil des geistigen Weges gegangen worden ist, damit die Praxis auf sicheren Erkenntnisfüßen steht, wird voreiliger Aktionismus nicht zu sinnvoller und tragfähiger praktischer Tätigkeit führen.
Andere kann ich nie direkt beeinflussen, da immer deren eigener freier Wille dazwischensteht. Direkten Einfluss habe ich nur auf mich selbst. Doch indem ich mich selbst beeinflusse, übe ich wiederum indirekt einen Einfluss auf andere aus. Nur, dass dieser Einfluss dann meist größer ist, wenn sich der andere Mensch in Freiheit entscheidet, dem eigenen Vorbild zu folgen, anstatt das Gefühl zu haben, von außen dazu gedrängt worden zu sein.
Dreigliederung fängt also bei jedem Einzelnen von uns an. Und je mehr ich ausreichend in mir selbst ruhe, nur in meinem „Ich“, desto weniger brauche ich Ersatzidentifikationen, und kann leichter und flexibler jegliche Denkart, Weltanschauung oder Glaubensmuster hinterfragen, verwerfen oder neu bewerten.»

Arbeitsgruppen