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Peter Exner

Schwarzarbeit ist eine Form von Protest gegen ein fehlerhaftes Gesellschaftssystem. Sie beseitigt den Sozialstaat auf kalte Weise, nachdem unsere Politiker offenbar nicht zu sinnvollem Reformieren in der Lage waren. Wenn die die Absenkung der „Lohnnebenkosten“ als Erfolg feiern, geht es um 0,1% oder ähnlich. Das ist einfach lächerlich. Besser, als diese Form von Gesellschaftskritik, die man mit der Unterdrückung latenter Gewissensbisse usw. bezahlt, ist es, wenn man eine andere Gesellschaftsstruktur formuliert, …und auch zu praktiziert, soweit das jetzt schon möglich ist.

Das ist möglich, sobald man in Wirtschaftskreisläufen denkt. Was ich zum Leben brauche, hole ich aus Ökoläden, …auch Klamotten, Büromaterial, Strom… Diese Unternehmer müssen jetzt nur noch daran denken, daß auch ich das Geld, das ich bei ihnen lasse, irgendwo verdienen muß - und wenn die mal einen Bauauftrag zu vergeben haben, müssen sie auch an mich denken. Auch die Biobauern möchten sich hier angesprochen fühlen. Bei jeder Auftragsvergabe an mich steigt die Kaufkraft eines ihrer Kunden und sichert ihren Absatz und ihr Einkommen ein kleines bisschen. Das gleiche gilt für soziale Projekte, die auf Spenden hoffen, gemeinnützige Vereine, die auf Beiträge warten, sogar für die alternative Bank.

Als späteren Schritt kann so eine Wirtschaftsgemeinschaft (network) soziale Aufgaben übernehmen, wie sie dem Staat immer unmöglicher werden. Das sollte sich jedoch aus den Überschüssen finanzieren, die durch die Produktivitätssteigerung aufgrund des Zusammenschlusses entstehen.

 

Beruflich: www.zimmerei-oekobau.de
Initiative: www.assoziativ-wirtschaften-berlin.de