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Verfassungsklage gegen Schulkruzifixe in Bayern

Zeitdokumente

Das sogenannte Kruzifix-Urteil von 1995 ist wohl jedem bekannt. Seitdem können Eltern verlangen, daß die vom bayerischen Staate verordneten Kruzifixe in Schulzimmern abgehängt werden. Weniger bekannt ist, daß seinerzeit in Bayern versucht wurde, Ernst Seler zu psychiatrisieren, weil er es gewagt hatte, sich für die Abschaffung des staatlichen Kruzifix-Zwangs einzusetzen.

Da die Lage in Bayern völlig aussichtslos war, wandte sich Ernst Seler mit einer Verfassungsklage an das Bundesverfassungsgericht. Neben pädagogischen Bedenken ging es ihm dabei auch um den Grundsatz der Religionsfreiheit. Das Bundesverfassungsgericht hat ihm damals Recht gegeben und bestätigt, daß die bayerische Praxis gegen das Grundgesetz verstieß. Dieses Kruzifix-Urteil hat damals die konservativen Gemüter erregt. Da sie sich diesmal nicht mit der Psychiatrie helfen konnten, haben bayerische Politiker wie Edmund Stoiber sogar eine Entmachtung des Bundesverfassungsgerichts gefordert.

Ernst Seler hat sich nun entschlossen, wichtige Dokumente, die bisher nicht allgemein verfügbar waren, der Öffentlichkeit zu übergeben. Den Anfang machen seine ersten Briefe an die bayerischen Schulbehörden, ein späterer Brief an Jutta Limbach, der damaligen Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, sowie zwei Auszüge aus seinem Buch zu den damaligen Ereignissen.

Brief an das staatliche Schulamt (1987)
Brief an das bayerische Schulministerium (1988)
Brief an Bundesverfassungsgerichtspräsidentin Jutta Limbach (2002)
Brief an EKD-Vorsitzenden Dr. Klaus Engelhardt (2004)

Buchauschnitt von Ernst Seler zum Kruzifix-Urteil I - Das Klassenzimmer (2002)
Buchauschnitt von Ernst Seler zum Kruzifix-Urteil II - Das psychiatrische Gefängnis (2004)

Hinweis:
Für das Buch von Ernst Seler zum Kruzifix-Urteil wird noch ein Verlag gesucht. Sie können dazu direkt mit Kontakt aufnehmen.