hnGeno - Genossenschaft zur Weiterführung von hessnatur

Um den Verkauf von hessnatur, Marktführer ökologischer und fair gehandelter Kleidung, an die Private-Equity-Gesellschaft Carlyle (verknüpft mit Rüstungsgeschäften und der Bush-Regierung) zu verhindern und das Unternehmen selbst weiterzuführen, haben Kunden und Mitarbeiter die Genossenschaft "hnGeno" gegründet. Die hnGeno spannt eine „ideelle Klammer“, die alle Bereiche verantwortlicher Unternehmenskultur mit einbezieht. Dazu gehört eine transparente Wertschöpfungskette mit fairen Arbeitsbedingungen und Preisen für alle Glieder dieser Kette, sowohl in Deutschland als auch in den Erzeugerländern, eine sachliche Umweltbilanz, welche sich nicht auf Zertifikaten ausruht, sondern die einzelnen Faktoren des Umweltschutzes gegeneinander wertet, z.B. CO2-Ausstoß kontra Wasserverbrauch, und aktiv neue Wege sucht, sowie Nachhaltigkeit durch Haltbarkeit, modernes Design und Wahl der Rohstoffe.

Ab einem Anteil von 250 Euro kann jeder Mitglied der hnGeno werden, und so den Arbeitern helfen, das Kapital für den Kauf des eigenen Arbeitsplatzes aufzubringen. Bei positivem Geschäftsabschluss und ab einem Kauf von vier Genossenschaftsanteilen will die hnGeno diese Hilfe mit 4% Zinsen honorieren. Damit keine erkauften Mehrheiten entstehen können, erhält jeder Genosse allerdings nur eine Stimme.

Trotz der bislang stiefmütterlichen Behandlung durch die Eigentümergesellschaft zeigt sich die Genossenschaft weiter entschlossen, hessnatur zu kaufen und zu einem „demokratischen Vorzeigeunternehmen mit nachhaltigen Zielen“ aufzustellen. Laut Schätzungen vertritt die hnGeno bereits 80% der 350 hessnatur-Mitarbeiter. Zudem hat sie offenbar die Mehrheit der Kunden auf ihrer Seite. Carlyle hat ihr Angebot bereits zurückgezogen, und auch andere Interessenten werden sich nun zweimal überlegen, was hessnatur nach einer Übernahme für sie noch wert ist. Wenn weiterhin Kunden in die Genossenschaft eintreten oder ihre Solidarität mit der hnGeno bekunden, hat hessnatur also eine reelle Chance.