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Die Unternehmer-Assoziation als gegenwärtige Aufgabe

Von Stefan Reeder

Vor etwa 400 Jahren erfanden die Holländer eine neue Gesellschaftsform für Wirtschaftsunternehmen, die sich als erfolgreich erwies und seitdem enorm verbreitet hat: die Aktiengesellschaft. Im folgenden wird eine neue Gesellschaftsform vorgestellt – sie sei Unternehmer-Assoziation genannt –, die heute zu den wirtschaftlichen Erfordernissen etwa so steht, wie damals die Aktiengesellschaft. Sie hat manche Ähnlichkeiten zur Aktiengesellschaft, aber auch bedeutsame Unterschiede:

Wie in der Aktiengesellschaft schließen sich viele Unternehmer zusammen, um Aufgaben bewältigen zu können, welche die Möglichkeiten eines einzelnen übersteigen, und um gemeinsam erfolgreicher zu sein. Während jedoch in der Aktiengesellschaft der einzelne Aktionär nur Kapital gibt und sein unternehmerischer Einfluß mit zunehmender Zahl der Aktionäre gegen Null tendiert, ist bei der Unternehmer-Assoziation der unternehmerische Einfluß des einzelnen, seine unternehmerische Beteiligung gerade das Wichtige. Daraus folgt schon, daß ihre Mitunternehmer normalerweise auch Mitarbeiter innerhalb derselben sind, denn um unternehmerisch aktiv zu sein, muß man in einer Sache drinnenstehen.

Die Mitarbeit ist viel wichtiger als der Einsatz großer Kapitalmengen. Es kann auch jemand ohne Kapitaleinsatz Mit­unternehmer werden, sofern er nur über entsprechende Kompetenz verfügt. Aus seiner Mitarbeit erwächst ihm mit der Zeit auch ein Kapital-Anteil. Man kann auch sagen: die Assoziation dient dazu, Mitarbeiter-Know-how unternehmerisch stärker wirksam werden zu lassen. Viele können unternehmerisch mehr Initiative entfalten und bessere Entscheidungen treffen als wenige, die zentral von oben Anweisungen geben.

Die Zielgruppe

Zielgruppe des Projektes Unternehmer-Assoziation sind Menschen, die sich gemeinsam mit anderen eine selbständige Existenz aufbauen wollen, sowie Menschen mit beruflicher Erfahrung, die sie dabei unterstützen wollen.

Es können sich Menschen in unterschiedlichen Branchen selbständig machen. Sie müssen entweder ein tragfähiges Unternehmenskonzept haben oder bereit sein, bei den Konzeptionen anderer mitzuarbeiten. In beiden Fällen brauchen sie eine entsprechende berufliche Qualifikation.

Diejenigen Unternehmer, die genügend Mitunternehmer für ihr Unternehmenskonzept gewinnen, können dies innerhalb der Assoziation verwirklichen.

Zielgruppe sind darüber hinaus auch diejenigen Menschen, die aufgrund der Vorteile der Unternehmer-Assoziation sowohl für die Mitunternehmer als auch die Gesellschaft insgesamt sich derselben anschließen werden, obwohl sie ursprünglich nicht vorhatten, sich selbständig zu machen.

Zielgruppe sind auch Unternehmer, die bereit sind, ihr bestehendes Unternehmen in die Assoziation zu integrieren.

Die Ziele

Folgendes soll mit dem Aufbau einer Unternehmer-Assoziation erreicht werden:

  • Gemeinsam Freiräume schaffen für Innovationen und unternehmerische Freiheit ermöglichen

Einzelne können Dinge, obwohl wünschenswert, oft nicht realisieren, weil sie für den einzelnen zu aufwendig oder nicht rentabel sind. Durch die intelligente Organisation der Assoziation schaffen die Beteiligten gemeinsam neue Freiräume und Möglichkeiten.

  • Sich gemeinsam eine berufliche Existenz aufbauen, gemeinsam Arbeitsplätze schaffen

Um eine gute, wettbewerbsfähige Problemlösung, ein gutes, erfolgreiches Produkt anzubieten, ist meist soviel Arbeit notwendig, daß einer allein das gar nicht schaffen kann. In der Assozia­tion ist es möglich, gemeinsam Problem­lösungen zu entwickeln und Arbeitsplätze füreinander zu schaffen.

  • Unternehmerische Verantwortung für jeden Mitunternehmer der Assoziation

Das heißt: jeder Mitarbeiter kann durch seine eigenen unternehmerischen Entscheidungen darauf Einfluß nehmen, wo investiert wird, welche Anlagen gebaut werden, welche Produkte erzeugt werden, wo zukünftige Arbeitsplätze geschaffen werden.

  • Sich gegenseitig helfen, Interesse füreinander

Wirklich erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich durch Team-Arbeit aus: die Mitarbeiter arbeiten miteinander, nicht gegeneinander. Die Unternehmer-Assoziation ist so aufgebaut, daß jeder Beteiligte sagen kann: ich will diese Gemeinschaft, sie ist gut, ich bin bereit mich für sie und meine Mitgesellschafter einzusetzen.

Nicht, daß die Assoziation Egoismus beseitigen könnte – dies ist unrealistisch. Ziel ist, daß durch die Zusammenarbeit innerhalb der Assoziation die Menschen nicht noch egoistischer werden, sondern Interesse füreinander wachsen.

  • Förderung von Zusammenarbeit, Kommunikation und unternehmerischer Verantwortung

  • dadurch ökonomisch und ökologisch sinnvolle Entscheidungen

Unternehmerische Ideen entstehen durch bessere Kenntnis bisher unbefriedigter Bedürfnisse sowie der vorhandenen Chancen und Möglichkeiten. Die Assoziation fördert die Kommunikation zwischen Erzeugern, Händlern und Abnehmern und unternehmerische Verantwortung. Daraus folgen ökonomisch und ökologisch sinnvolle Investitionsentscheidungen.

  • Geld verdienen

Die Assoziation ermöglicht den Beteiligten im Durchschnitt höhere Einkommen, als sie als einzelne erzielen könnten.

  • ein Modell schaffen für die positive Weiterentwicklung unserer Wirtschaftsordnung

Die Unternehmer-Assoziation ist nicht nur eine rein private Angelegenheit. Sie ist nicht ein beliebiger Zusammenschluß, sondern geht durch ihre spezielle Struktur die Ursachen unserer gegenwärtigen wirtschaftlichen Probleme Arbeitslosigkeit, zunehmende Unternehmenskonzentration sowie wachsende Kluft zwischen arm und reich an und hilft sie überwinden. Sie schafft ein Modell für eine zukünftige Weiterentwicklung unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, das unternehmerische Freiheit und brüderliche Zusammenarbeit, wirtschaftlichen Wohlstand, Frieden und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur ermöglicht und fördert.