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Als ich von Wilfried Heidt seine Antwort auf die Replik von Rainer Rappmann Direkte Demokratie und Dreigliederung bekommen habe, war ich ziemlich erstaunt. Manche Formulierungen - besonders Rainer Rappmann gegenüber - fand ich recht beleidigend. Wilfried Heidt habe ich es auch gesagt und offen befürchtet, daß so keine sachliche Diskussion zustande kommt. Seinen Text habe ich aber aus Prinzip hier veröffentlicht, weil mir jede Form von Zensur noch verhaßter ist als irgendwelche verbale Entgleisung oder Unterstellung. Daran werde ich mich auch in Zukunft halten. Wilfried Heidt und Rainer Rappmann habe ich aber ausdrücklich die Möglichkeit eingeräumt, ihre Texte nachträglich zu ändern. Von dieser Möglichkeit hat auch Wilfried Heidt Gebrauch gemacht, als ich ihn auf einige Ungenauigkeiten seiner Kritik an mich aufmerksam gemacht habe. Meine Achtung dafür. Rainer Rappmann ist dagegen bei seiner Unterstellung geblieben, ich würde aus der sozialen Dreigliederung ein Programm machen und hätte die Weiterentwicklung der sozialen Dreigliederung verschlafen. Er sieht nicht einmal, daß ich seine Argumente für die direkte Demokratie in meinem Artikel selber vorbringe und dort auch darstelle, wie diese Argumente mit der sozialen Dreigliederung zusammenhängen, ohne daß da eine "Weiterentwicklung" nötig gewesen wäre. Gerade weil ich diesen Zusammenhang sehe, kritisiere ich, daß er zu selten dargestellt wird. Nachdem ich nun den Text von Wilfried Heidt veröffentlicht hatte, meldete sich Rainer Rappmann bei mir und verlangte, daß ich diesen Text von der Webseite entferne - nicht wegen dem Inhalt, sondern wegen dem Ton. "Der Ton macht die Musik". Dies sei meine redaktionelle Pflicht, hier einzugreifen. Meine Begründung, daß ich hier aber keine Zensur üben will, hat er aber verstanden und wir haben gemeinsam nach einer Lösung gesucht. Wilfried Heidt hatte klar gemacht, daß er bereit war, seinen Text zurückzunehmen, wenn Rainer Rappmann die entsprechenden Aussagen bei sich korrigiert - oder den Text ganz von meiner Webseite nimmt. Ersteres wollte Rainer Rappmann nicht und Letzteres war mir zuwider, weil ich dadurch die Kritik von Rainer Rappmann an meinem Text losgeworden wäre - eine Kritik, die ich aber für bezeichnend halte. Wir waren also in eine Sackgasse. Bis ich den Vorschlag machte, selber etwas zu schreiben und Stellung zu nehmen. Darauf ist Rainer Rappmann eingegangen. Und dies mache ich jetzt - wenn auch mit etwas Verspätung. Inhaltlich kann ich kaum Stellung nehmen. Außer vielleicht, daß die Streitpunkte zwischen Rainer Rappmann und Wilfried Heidt für mich unrelevant sind. Ob die dreistufige Volksgesetzgebung von Wilfried Heidt auf Peter Schilinskis Ansätze zu einer direkten Demokratie letztlich aufbaut und sie weiterentwickelt oder eine völlig neue Entwicklung darstellt - dies spielt für meine Einwände keine Rolle. Beide setzen meiner Meinung nach auf eine Art der Argumentation, wo sie es sich problemlos sparen können, auf die soziale Dreigliederung näher einzugehen. Dies ist auch das einzige, was ich ihnen vorwerfe. Zur Musik kann ich schon eher Stellung nehmen. Mir scheint Wilfried Heidt mit seinem Ton seiner Argumentation zu schaden. Rainer Rappmann braucht nicht einmal von seinem Gegendarstellungsrecht Gebrauch zu machen, weil er bei solchen Attacken von jedem Leser wenigstens unbewußt in Schutz genommen wird. Und der Vergleich seines Ansatzes mit der Weltraumfahrt rückt Wilfried Heidt in die Nähe von diesen Politikern, die eher für ihren Größenwahn bekannt sind. Etwas von diesem Selbstbewußtsein würde man Rainer Rappmann wünschen, damit er in Zukunft solche Texte einstecken kann, ohne gleich nach Zensur zu rufen.
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