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Grundfragen der sozialen Dreigliederung Geistesleben und individuelle Freiheit Wirtschaftsleben und weltweite Brüderlichkeit Rechtsleben und demokratische Gleichheit EinleitungMan kann sich fragen, ob es Sinn macht, noch heute mit den Kernpunkten der sozialen Frage von Rudolf Steiner anzufangen. Das Buch gehört nicht gerade zu den Neuerscheinungen. Von der Dichte her eignet es sich aber immer noch am besten zur Gruppenarbeit. Es kostet einige Gedankenanstrengung. Die soziale Dreigliederung ist aber nicht billiger zu haben. Es sind nur wenige Anthroposophen, die sich dazu entscheiden, die Kernpunkte zu lesen. Und noch weniger schaffen es, das Buch zu Ende zu lesen. Die meisten Leser - und auch Arbeitsgruppen - geben beim ersten Kapitel auf. Ich rate deswegen dazu, dieses erste Kapitel einfach zu überspringen! Lieber den ganzen Rest des Buches lesen als nur dieses Kapitel, wo Steiner versucht, die Brücke zu seiner Zeit - zum damals weit verbreiteten Marxismus - zu werfen. Sein eigener Entwurf, die soziale Dreigliederung, wird erst in den späteren Kapiteln und in der nachträglichen Vorrede dargestellt. Beim Basisstudium will ich das Buch rückwärts bearbeiten, vom vierten Kapitel zurück zum zweiten Kapitel. Dies setzt natürlich voraus, daß Sie das Buch schon einmal in der normalen Reihenfolge gelesen haben. Das mit dem Rückwärtslesen ist keine anthroposophische Grille, sondern eine Schwerpunktverlagerung. Heute muß endlich eingesehen werden, daß es vor allem um die internationalen Beziehungen geht. Das war schon die Meinung von Steiner. Er wußte aber, daß die damaligen deutschen Sozialdemokraten sich am liebsten nur mit Innenpolitik beschäftigt hätten. Steiner geht darauf ein und versucht, von der Innenpolitik zur wichtigeren Außenpolitik zu führen. Ich möchte die Leute weniger schonen und direkt mit den internationalen Beziehungen anfangen. Daß die Anthroposophen dieses Thema vernachlässigt haben, ist meines Erachtens der Hauptgrund für den heutigen Rassismus-Vorwurf gegenüber der Anthroposophie. Anschliessend möchte ich das Thema Geld und Kapital aufgreifen, auch gerade wegen seiner internationalen Dimension. Die Hilfslosigkeit der Staaten gegenüber den Finanzmärkten liegt daran, daß die heutigen Politiker von sozialer Dreigliederung nichts verstehen, sondern höchstens auf eine Zweigliederung zwischen Staat und Wirtschaft hinarbeiten. Mit einem solchen Hintergrundwissen macht es dann Sinn, sich mit dem zu beschäftigen, was fast jeder Anthroposoph von der sozialen Dreigliederung kennt, nämlich mit solchen Schlagwörtern wie den Idealen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit und dem Sozialen Organismus. Wer weiter nichts zu sagen hat, macht sich bestenfalls lächerlich oder aber - wie im Falle des sozialen Organismus - verdächtig. Dabei ist dasjenige, was Steiner über diese Schlagwörter zu sagen hat, eher unerwartet, und dies nicht nur für Nicht-Anthroposophen. Nach dem Durcharbeiten der Kernpunkte sollte an konkreten Beispielen klar geworden sein, was Steiner unter sozialer Dreigliederung versteht, nämlich eine Entflechtung von Geistesleben, Rechtsleben und Wirtschaftsleben, die erst ein gesundes Zusammenwirken dieser drei Elemente ermöglicht. Anmeldeformular
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